• 13. August 2026
  • Lea Rosenstein

Kreativität auf Knopfdruck und mit Deadline? Wie im Agenturalltag neue Ideen entstehen

Schreiben, zeichnen, Musik machen: Auf die Frage nach kreativen Hobbys haben viele Menschen schnell eine Antwort. Creative-Writing-Kurse, Kreativmärkte und zahlreiche Anleitungen versprechen, die eigene Kreativität anzukurbeln. Wir wollen Neues erschaffen, Dinge miteinander verbinden und unseren Gedanken freien Lauf lassen.

Gerade im Marketing und in der Kommunikation ist dieser Anspruch besonders hoch. Gesucht werden der kreativste Slogan, das aufmerksamkeitsstärkste Konzept und ein Visual, das es so noch nie gegeben hat. Alles soll überraschend, außergewöhnlich und trotzdem passend zur Marke sein.

Doch was genau ist Kreativität eigentlich?

In unserem Kreativworkshop bei Wake up haben wir zunächst für uns selbst beschrieben, was Kreativität bedeutet. Manche notierten einzelne Begriffe, andere beschrieben Gefühle oder hielten ihre Gedanken ungefiltert fest. Mir kamen beispielsweise Vision, Intuition und Freiheit in den Kopf, aber auch ganz konkrete künstlerische Tätigkeiten.

Die Übung zeigte, wie unterschiedlich Kreativität erlebt wird. Für uns bedeutet sie deshalb weniger den einen großen Geistesblitz, sondern vielmehr die Fähigkeit, Bekanntes neu zu verbinden und daraus eine überraschende, aber passende Lösung zu entwickeln.

Kreativ sein, aber bitte im vorgegebenen Rahmen

Im Agenturalltag begegnet uns dabei ein vermeintlicher Widerspruch: Wir sollen kreative Ideen entwickeln und gleichzeitig Budgets, Formate, Markenwelten, Kund*innenwünsche und Deadlines berücksichtigen.

Sei bitte genau jetzt kreativ. Aber nur so weit, dass die Idee noch in den vorgegebenen Rahmen passt. Kann das funktionieren?

Kreativität entsteht im Agenturalltag selten ohne Vorgaben. Doch gerade Grenzen können dazu führen, bekannte Wege zu verlassen und nach neuen Lösungen zu suchen. Der Rahmen ist damit nicht nur Einschränkung, sondern oft auch Ausgangspunkt für eine gute Idee.

Problematisch wird es erst, wenn der Rahmen so eng wird, dass kein Raum mehr zum Ausprobieren bleibt. Kreativprozesse scheitern häufig nicht an fehlenden Ideen, sondern daran, dass sie zu früh bewertet, unter Zeitdruck sofort verwertbar gemacht oder von zu vielen Erwartungen gleichzeitig eingeholt werden.

Freiraum schaffen und den Blick verändern

Als Kinder mussten wir Kreativität nicht fest im Kalender einplanen. Wir hatten Zeit, Dinge auszuprobieren, uns zu langweilen oder einfach draufloszumalen. Heute wechseln wir von Termin zu Termin, beantworten Mails und arbeiten Aufgabenlisten ab. Für kreative Gedanken bleibt oft nur der Platz, den wir ihnen bewusst einräumen.

Dabei geht es nicht darum, im Büro Langeweile zu erzeugen. Vielmehr möchten wir Räume schaffen, in denen nicht sofort ein fertiges Ergebnis erwartet wird. Erste Ideen müssen unfertig sein dürfen.

Genau das versuchen wir mit unseren Kreativworkshops. Sie unterbrechen Routinen und geben uns die Möglichkeit, Gedanken zunächst frei zu entwickeln. Freiraum bedeutet dabei nicht, ohne Ziel zu arbeiten. Es bedeutet, Ideenfindung und Bewertung voneinander zu trennen: erst sammeln und weiterdenken, danach entscheiden, was zur Aufgabe, zur Marke und zur Zielgruppe passt.

Neue Ideen entstehen außerdem nicht immer durch mehr Wissen. Manchmal reicht es, die eigene Umgebung anders wahrzunehmen.

Das haben wir bei einem Color Walk durch Düsseldorf erlebt. Drei Teams bekamen jeweils eine Farbe zugeteilt, fotografierten passende Motive in der Stadt und stellten die Ergebnisse anschließend zusammen. Die Umgebung war für alle dieselbe, trotzdem entdeckte jedes Team andere Details. Nicht die Stadt hatte sich verändert, sondern unsere Wahrnehmung.

Auch Ausstellungen oder Konferenzen aus der Kreativbranche helfen uns dabei, Routinen zu verlassen. Daraus entsteht nicht automatisch die nächste Kampagnenidee. Neue Eindrücke verändern aber unseren Blick und können später an unerwarteter Stelle wieder relevant werden.

Perspektiven zusammenbringen

Kreativität entsteht nicht nur allein, sondern auch im Austausch. Unterschiedliche Sichtweisen können Gedanken weiterbringen und neue Impulse geben.

Bei einem weiteren Workshop haben wir in drei Gruppen Vision Boards für Wake up erstellt. Grundlage waren Leitfragen zu unseren Zielen, unseren Kund*innen, unserem Team und der Entwicklung der Agentur. Die Ergebnisse sahen unterschiedlich aus, zeigten aber zugleich viele gemeinsame Vorstellungen davon, was Wake up ausmacht und wohin wir uns entwickeln möchten. Gerade diese Mischung war spannend: Dieselben Werte und Ziele können unterschiedlich dargestellt werden und trotzdem in eine gemeinsame Richtung führen.

Kreativität bedeutet deshalb nicht, dass am Ende alle dieselbe Idee haben. Sie kann auch darin liegen, verschiedene Perspektiven sinnvoll zusammenzubringen.

Kreativität ist nicht nur Sache der Kreation

In einer Kommunikationsagentur wird Kreativität häufig zuerst mit Gestaltung, Fotografie oder Video verbunden. Sie ist jedoch in allen Arbeitsbereichen gefragt.

Im Projektmanagement brauchen wir sie für Strategien, Themenpläne oder verständliche Lösungen für komplexe Inhalte. In der Redaktion zeigt sie sich in Perspektiven, Formulierungen und Formaten. Bei Pitches braucht es kreative Themenaufhänger, in der Live-Berichterstattung müssen Inhalte spontan neu gedacht werden. Auch im Community Management und internen Abläufen ist kreatives Denken gefragt.

Besonders sichtbar wird es natürlich in Visuals, Videos und Gestaltungskonzepten. Für uns gehört Kreativität dennoch nicht nur in die Kreation, sondern in jede Form guter Kommunikationsarbeit. Sie zeigt sich mal laut und sichtbar, mal eher leise in einer Frage, einem neuen Ansatz oder einer unerwarteten Verbindung.

Was wir daraus für den Alltag ableiten

Aus unseren Erfahrungen haben sich einige einfache Prinzipien entwickelt:

  • Kreative Aufgaben brauchen einen festen Platz. Feste Zeitfenster verhindern, dass sie immer wieder hinter vermeintlich Dringenderem zurückstehen.
  • Der erste Gedanke muss noch nicht überzeugen. Manchmal ist der wichtigste Schritt, einfach anzufangen. Ein unfertiger Gedanke lässt sich weiterentwickeln. Ein leeres Blatt nicht.
  • Allein denken und gemeinsam weiterentwickeln schließen sich nicht aus. Oft hilft es, zunächst eigene Ideen zu sammeln und sie anschließend im Team zu besprechen.
  • Neue Eindrücke brauchen Zeit, um zu wirken. Ein Ortswechsel, eine Ausstellung oder eine Pause liefern nicht immer sofort ein Ergebnis. Manchmal zeigt sich der Nutzen erst später.

Unsere Erfahrung zeigt dabei: Nicht jede Methode funktioniert für jede Person. Während ein Teammitglied vor allem im Austausch auf neue Ideen kommt, braucht jemand anderes zunächst Ruhe und ein leeres Dokument. Entscheidend ist deshalb kein einheitlicher Kreativprozess, sondern ein Umfeld, das unterschiedliche Arbeitsweisen zulässt.

Kreativität lässt sich nicht erzwingen, aber ermöglichen

Kreativität auf Knopfdruck bleibt eine Herausforderung, besonders wenn gleichzeitig eine Deadline näher rückt und zahlreiche Vorgaben erfüllt werden müssen.

Sie scheitert aus unserer Sicht aber selten daran, dass Menschen nicht kreativ genug sind. Häufig fehlen Zeit, Offenheit oder die Möglichkeit, einen ersten Gedanken ohne sofortige Bewertung weiterzuentwickeln.

Genau daran können Teams ansetzen: kreative Aufgaben bewusst einplanen, neue Perspektiven zulassen und Austausch ermöglichen, ohne zu früh auf ein fertiges Ergebnis zu drängen.

Unsere Workshops, Color Walks, Vision Boards und gemeinsamen Ausflüge sind deshalb keine Pause von der eigentlichen Arbeit, sondern ein Teil davon. Sie schaffen Raum für Gedanken, die im Tagesgeschäft sonst untergehen.

Entscheidend ist also nicht, wie wir auf Knopfdruck kreativer werden, sondern welche Bedingungen wir schaffen, damit gute Ideen entstehen können.

Wie schafft ihr in eurem Team Raum für Kreativität, bevor die nächste Deadline drängt?

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Häufig gestellte Fragen

Wake up Communications ist eine PR-, Social-Media- und Strategie-Agentur in Düsseldorf.
Wir entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Inhalte, die Marken sichtbar
machen – lokal, national und international.

Wir betreuen Unternehmen aus dem B2B- und B2C-Bereich – von Food und Handel über
Messen bis zur Spezialchemie. Unser Standort in Düsseldorf verbindet uns eng mit
Kund:innen aus ganz NRW und Deutschland.

Wir sind eine inhabergeführte Agentur mit flachen Hierarchien und direkter Kommunikation.
Unsere Kund:innen profitieren von strategischem Denken, kreativer Umsetzung und einem
partnerschaftlichen Miteinander

Wir starten immer mit einer klaren Strategie, definieren Ziele und Maßnahmen und setzen
sie passgenau um. Je nach Budget lassen sich Leistungen im Verlauf flexibel anpassen oder
erweitern.

Sobald Ziel, Umfang und Budget abgestimmt sind, können wir kurzfristig loslegen – meist
innerhalb weniger Wochen.

Nein. Wir übernehmen Projekte komplett oder arbeiten Hand in Hand mit euren internen
Teams – effizient, abgestimmt und transparent.

Wir definieren KPIs gemeinsam und liefern regelmäßige Reportings. So sind Reichweite,
Engagement und PR-Erfolge jederzeit nachvollziehbar.

Ja. Wir führen praxisnahe Workshops zu Social Media, PR und digitaler Kommunikation
durch – auf Wunsch auch direkt bei euch vor Ort in NRW oder online.

Ja – wir setzen KI-Tools gezielt, sinnvoll und effizient ein, wenn sie Prozesse verbessern
oder kreative Arbeit unterstützen. Dabei bleibt die Strategie immer menschlich geführt.

In jedem Projekt habt ihr zwei feste Ansprechpartner:innen. So ist immer jemand erreichbar,
der euer Projekt und die Ziele genau kennt.

Das hängt vom Projekt ab. Wir bieten flexible Modelle – von Einzelprojekten bis zu
langfristiger Kommunikationsbetreuung.

Das hängt von euren Zielen und Kanälen ab. Wir beraten euch transparent und erstellen ein
realistisches Angebot mit klarer Leistungsübersicht.

Ja. Als Düsseldorfer Agentur mit internationalen Kunden setzen wir auch mehrsprachige
Kampagnen in enger Abstimmung mit globalen Teams um.

Wir betreuen LinkedIn, Instagram, TikTok, Facebook und weitere Kanäle – abhängig von
Zielgruppe, Marke und Kommunikationsziel.

Ja – Pressearbeit und Medienkommunikation gehören zu unseren Kernleistungen. Wir
platzieren eure Themen in relevanten Fach- und Publikumsmedien.

Sehr transparent – regelmäßige Updates, klare Reportings und offene Kommunikation
gehören bei uns zum Standard.

Ja – wir entwickeln Markenstrategien, Positionierungen und Storytelling-Konzepte, die euer
Unternehmen authentisch präsentieren.

Content ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Wir produzieren Texte, Fotos und
Videos, die eure Marke in Szene setzen – online und offline.

Unsere Kund:innen kommen aus ganz Deutschland – besonders stark sind wir in NRW,
dem Rheinland und Süddeutschland vertreten.

Am besten direkt über das Kontaktformular auf www.wakeup-communications.de, per Mail
oder telefonisch. Wir freuen uns auf neue Projekte aus Düsseldorf, NRW und darüber
hinaus.