• 27. September 2017
  • R. Zeller
Geschichten von der Social Media Week in London

#BeHuman: Geschichten von der Social Media Week in London

Morgens, halb 6 in Deutschland. Als ich mich am 10. September in aller Frühe aus dem Bett pellte, war meine Vorfreude schon riesengroß, denn: Auf mich wartete ein 50-minütiger Hopp von Düsseldorf in die englische Hauptstadt – meiner heimlichen (oder auch sehr expressiven) großen Liebe! Nach langem Warten startete nun auch ich in meinen "Work & Travel by Wake up"-Aufenthalt. In diesem Jahr waren ja bereits meine Kolleginnen Sophia big in JapanMelanie, Louisa und Christiane schon in der ganzen Welt unterwegs. Meine Mission: Den Food Trends in England auf den Grund gehen und mein Hirn mit neuem Wissen auf der Social Media Week London füttern. Es geht also, wie immer bei mir, ums Essen! :D

Frittierte Pizza, Falafel und Gin: Londons Food Märkte

Die eigentliche Konferenz startete erst am Dienstag und so hatte ich noch einen Tag Zeit, London auf Food und Nieren zu prüfen! Wer bereits einmal dort war, weiß: Diese Stadt hat so einiges zu bieten für Foodies! Mein erstes Ziel sollte einer der berühmtesten Märkte sein – der Camden Lock Market. Also ab in die U-Bahn und in den Londoner Norden. Schon bei den ersten Schritten aus der Station bekommt man das volle Camden Feeling: Bunte Shops mit Schuhen, Tattoos und allerhand Touri-Kram reihen sich aneinander und lassen einen schon das erste Mal staunen. Da ich vor einigen Jahren eine Zeit lang in London gewohnt habe, war mir dieses Gefühl sehr vertraut und ich fühlte mich schon direkt wieder heimisch. <3 Also wusste ich auch, wo genau ich hin musste, um das zu finden, wofür ich eigentlich dort war: ESSEN! Zielstrebig wanderte ich also zum Lock Market. Hier lassen bezaubernde Händler, die ihr Handwerk präsentieren, Herzen höher schlagen: von Taschen aus Blättern (statt Leder!), handgefertigtem Schmuck bis hin zu uralten Kameras und einer Gin-Destilliere tummelt sich alles an diesem inspirierenden Ort. Und für Foodies ist Camden auch ein wahres Paradies. Neben tollem Handwerk gibt es nämlich auch noch einen Food-Markt mit – nennen wir es mal – World Food. Von Noodle Pots über Burritos bis hin zu Falafel ist die Auswahl schier unendlich. Mit letzten beiden machte ich schon die ersten, auch hier in Deutschland aufkommenden Trends aus: feurig-mexikanisches Food und knusprige Falafel! Doch damit nicht genug. Es ist ja unlängst kein Geheimnis, dass die Briten gerne frittieren. Doch dass man nun jetzt auch komplette Pizzen in heißes Öl packt, ist vollkommen an mir vorbeigegangen. Scheint aber ein riesen Hit zu sein und sorgt sicherlich für einen hohen Puls bei unserem lieben Kollegen Dennis (seines Zeichens Pizza-Lover).
Mein zweites Ziel an diesem Tag war der Leather Lane Market in Farringdon. Dieser Markt versorgt hungrige Menschen, die in der Umgebung arbeiten, jeden Tag mit frischen Gerichten aus aller Welt. Auch hier gab es gefühlt an jedem dritten Stand Falafel und Burritos. Hinter den bunten Ständen, wo die Engländer ihrem liebsten Hobby (Schlangestehen!) nachgingen, versteckten sich in den kleinen Gassen weitere kleine Food-Paradiese, welche die Trends noch mehr zeigten: Falafel, Falafel, Burritos und wieder Falafel. Ebenso wie hier in Deutschland, aber noch viel präsenter, empfand ich dort den Trend zu gesunder Ernährung und Gastronomie-Konzepten, die sich daran orientierten. So sind seit meinem letzten Besuch unzählige Ketten und Restaurants wie Leon, Planet Organic, Abokado oder die Hummus Bros aus dem Boden gesprossen. Nach einem kulinarischen, langen Tag und 14.665 Schritten auf dem Schrittzähler bereitete ich mich auf Tag eins der Konferenz vor. [gallery columns="4" link="file" ids="5554,5542,5543,5544,5545,5547,5548,5549,5550,5551,5552,5553,5555,5556,5558,5557,5546,5559"]

Die 8. Social Media Week London: Gipfeltreffen der Nerds aus aller Welt

London, Southbank in der Frühe. Auch hier hieß es wieder Schlange stehen, aber nicht für mich! Denn ich hatte bereits am Vortag meinen HQ Pass abgeholt und schlenderte ganz entspannt in mein Zuhause für die kommenden vier Tage, das BFI Southbank. Was eigentlich ein Kino ist, verwandelte sich in die Bühne großer Speaker aus der ganzen Welt, sowohl der realen als auch der digitalen: von National Geographic über Facebook und Pinterest bis hin zur Cosmopolitan und der Bank of England waren sie alle da. Die Social Media Week selbst ist eine weltweite Konferenz, die zum Beispiel auch in Hamburg, Los Angeles, Chicago, Mailand und Jakarta stattfindet. Das Motto dieses Jahr war „Language and the Machine“. Es sollte also darum gehen, wie Algorithmen unsere Kommunikation beeinflussen und was wir daraus lernen können. Spannend!

The Speed of Feed und Video regiert die Welt

Den Startschuss der Konferenz machte Facebook mit der überaus sympathischen Kat Hahn, die Best Practices zum Einsatz von Videos für Brand Building im Gepäck hatte. Ein Satz von ihr ist mir hierzu besonders im Gedächtnis geblieben:
„With media we can buy eyeballs but we cannot buy attention.” – Kat Hahn, Head of Creative Shop Facebook
Kat Hahn von Facebook Kat Hahn auf der Bühne der Social Media Week Diese Worte betonen auch das, was uns bei der Arbeit für unsere Kunden immer sehr wichtig ist: tollen Content zu kreieren. Zwar benötigen wir in Zeiten so gut wie nicht mehr existierender organischer Reichweite ein Media Budget, aber Content ist doch immer noch King. Und um sehr bildgewaltigen ging es auch schon in der nächsten Session von National Geographic. Wusstet ihr, dass NG unter den 10 größten Accounts auf Instagram ist und sich hier zu Taylor Swift und Kim Kardashian gesellt? Zugegeben, was diese Organisation an tollem Content liefern kann, ist vielleicht nicht übertragbar auf die meisten Unternehmen, aber ihre Prinzipien schon: Sei deiner Marke treu, achte auf das richtige Timing, probiere dich in neuen Formaten und Technologien aus und sorge für „Wows and Wonder“. Und genau das ist es, was viele Unternehmen noch nicht verstehen. Im Social Web geht es nicht darum, einen neuen Werbekanal aufzumachen, sondern sozial und menschlich zu sein. In erster Linie sollten Unternehmen also nicht à la „Hey ich habe was Tolles zu verkaufen!“ an ihre Zielgruppen herantreten, sondern Probleme lösen und Fragen beantworten – und das mit hilfreichem, unterhaltsamen und inspirierendem Content und Kampagnen.

Big Data und Human Bots auf der Social Media Week London

Neben dem allgegenwärtigen Buzzword Content standen auch zwei weitere in den Titeln vieler Sessions – Big Data und Chat Bots. Hierzu hörte ich viele Sessions, die sich damit befassten, woher Daten kommen, wie sie analysiert werden sollten und welchen Wert uns diese Insights für Strategien, Content und Media Budgets bieten können. Kathy Dykeman von Facebook sprach z. B. darüber, welche KPIs Sinn ergeben und teilte ihre Erkenntnisse aus Unmengen an wissenschaftlichen Studien. So sagt Facebook selbst, dass 90 Prozent der Menschen nicht auf eine Anzeige klicken. Dennoch führe die Kombination aus TV-Werbung und Facebook-Anzeigen zu einer höheren Kaufwahrscheinlichkeit. Stichwort „Kaufen“. Darum ging es auch beim Thema Chat Bots, deren Beliebtheit im letzten Jahr erheblich gestiegen ist. Ich selbst fand den Gedanken mit einem Computer zu sprechen, schon eher – naja. Durch die Session von Skyscanner und der Agentur We Are Social hat sich meine Meinung dazu geändert und bin schier begeistert von den Möglichkeiten, die sich auch unseren Kunden bieten. So zeigten sie uns als Best Practice den Bot von Domino’s Pizza, welcher alles andere als nur eine Computerstimme ist. Er ist zynisch, lustig und unterhaltsam – so macht Pizza bestellen noch viel mehr Spaß. Bots nehmen Unternehmen so etwas Arbeit ab, aber irgendwie doch auf eine „menschliche“ Weise und doch automatisiert – super faszinierend. Auf Menschlichkeit zu achten, ist auch eines der großen Take Aways nicht nur für Bots, sondern der ganzen Konferenz. Denn neben all den Daten, dem Wissen, Strategien und Diskussionen um Content, ist diese in der digitalen Kommunikation doch etwas verloren gegangen. Also liebe Unternehmen: #BeHuman, #BeSocial! [gallery link="file" ids="5560,5561,5562,5563,5564,5565,5566,5567,5568,5569,5570"] 5 Tage, Unmengen an Essen, 30 Sessions und 60 Seiten Notizen später fühlte ich mich inspiriert, beflügelt und bereit dafür, zukünftig noch tollere Arbeit für unsere Kunden zu leisten. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sagte ich „Cheers London!“ und machte mich auf den Heimweg. The End.
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