• 14. September 2017
  • Wake up Redaktion
Wake up Communications: Pressekonferenzen sind eine Frage der Inszenierung. Marco Lippert im Interview

„Pressekonferenzen sind eine Frage der Inszenierung“ Marco Lippert im Interview

Gehen der Pressesprecher eines der größten Spielbankenbetreibers Deutschlands und jede Menge Journalisten in den Zirkus … was wie der Anfang eines vielversprechenden Witzes klingt, war letzte Woche das Setting für eine ganz besondere Pressekonferenz, die die zu WestSpiel gehörende Spielbank Hohensyburg gemeinsam mit dem Circus Roncalli veranstaltet hat. Dank Marco Lippert, seines Zeichens Pressesprecher bei WestSpiel, Organisator des Events und ehemaliger Arbeitskollege unserer Chefin Nadja, konnten wir eine der begehrten Einladungen für die Pressekonferenz ergattern und unsere Kollegin Luisa hinschicken. Wie ihr der Ausflug in den Zirkus gefallen hat, lest ihr in ihrem Blogbeitrag „Casino meets Zirkus und warum Pressekonferenzen so wichtig sind“. Wir haben den Pressesprecher einer der wichtigsten Spielebankbetreiber Deutschlands gebeten, uns einige Fragen für unseren Blog zu beantworten und uns zu verraten, was ein erfolgreiches PR-Event heutzutage ausmacht. Also: Vorhang auf, Manege frei! Marco in seinem Element bei der Pressekonferenz zur „Roncalli Dinner-Show“ in der Hohensyburg (Copyright: Stephan Glagla für pottMEDIA)

In unserem Blogbeitrag stellen wir uns die Frage, wie zeitgemäß Pressekonferenzen eigentlich noch sind. Wie lautet deine Fachmeinung dazu?

Ich teile eure Meinung. Es gibt Anlässe, da sind Pressekonferenzen als Plattform für einen Austausch und zur breiten Informationsvermittlung nach wie vor unentbehrlich. In Form ihrer Darstellung verändern sie sich allerdings. Klassische Konferenzen halte ich heutzutage für ausgedient. Es kommt viel mehr auf Inszenierungen an. Ich spreche daher meist von Presseterminen. Statt Monologe gibt es beispielsweise lockere Interviews, deren Ablauf natürlich im Vorfeld klar besprochen ist. Es geht also mehr denn je um interessante Aufführungen. Der Pressesprecher schlüpft in die Rolle des Regisseurs.

Wie lange braucht ein Profi wie du für die Vorbereitung einer Pressekonferenz?

Da bin ich recht fix. Man muss natürlich eine klare Vorstellung davon haben, was man vermitteln möchte. Aufwändiger wird es, wenn Kooperationspartner im Boot sind. Glücklicherweise war dies bei der Pressekonferenz zur Roncalli Dinnershow in der Hohensyburg sehr angenehm. Die Kollegen sind Vollprofis und konzentrieren sich aufs Wesentliche. Eine wunderbare Zusammenarbeit.

Du selbst hast als Journalist für Medien wie die Rheinische Post, Gala und Prinz geschrieben und kennst somit auch die andere Seite. Inwiefern nützt dir dieses Insiderwissen heute?

Ich weiß, was Journalisten interessiert, was sie brauchen und wie sie ticken. Und deshalb bereite ich Themen entsprechend auf. Ich richte Pressetermine konsequent auf die Bedürfnisse von Journalisten aus. Und da ist oftmals weniger umständliches Getue wie beispielsweise weißes Damasttuch auf Tischen gefragt, sondern eine schnelle Informationsvermittlung. Nicht langweilen, auf den Punkt kommen und fertig. Ein weiterer Punkt ist es, in Bildern zu denken. Welche Motive biete ich an? Was mache ich also für Fotografen, Blogger und TV-Teams? Ich beschreibe das in meinen Einladungen klar und deutlich und stelle diese Möglichkeiten voran. Dann macht der Fotograf schnell seine Aufnahme und kann direkt weiter zum nächsten Termin. Alle anderen haben im Anschluss Ruhe für den Rest.

Wonach entscheidet ein Journalist, ob er bei einer Einladung zusagt?

Es geht einzig und allein um Relevanz und Mehrwert. Wenn ich das nicht bieten kann, dann lade ich nicht ein. Ich will nicht, dass Journalisten ihre wertvolle Zeit umsonst opfern. Und dieser Ansatz hat nicht nur etwas mit Service zu tun, sondern ist ein gutes Stück auch Eigeninteresse. Bin ich irgendwann nicht mehr relevant, weil ich inflationär einlade oder ständig Pressemitteilungen verschicke, dann nimmt die Aufmerksamkeit automatisch ab. Das ist aus PR-Sicht nicht ratsam, weil dann wichtige Nachrichten untergehen können.

Als Profi im Kommunikations-Business hast du den Wandel der letzten Jahre miterlebt. Wie hat die Digitalisierung die Pressearbeit verändert?

Im Kern halte ich unsere Branche für sehr stabil im Hinblick auf Veränderungen. Als guter Kommunikator muss ich damals wie heute Sachverhalte schnell einordnen und bewerten können, treffsicher formulieren und ein Verständnis von der Medienszene haben. Über welchen Kanal ich meine Botschaften sende, ist letztendlich unerheblich und zu allererst eine technische Frage. Heutzutage gibt es deutlich mehr Kanäle und Verbreitungswege. Die gesamte Newsbranche ist schneller geworden. Auch gibt es heute mehr Feedback und direkte Kommunikation. Aber der Grundgedanke ist und bleibt gleich. Marcos Tipp bei der Planung eines PR-Events: Immer in Bildern denken! (Copright: Stephan Glagla für pottMEDIA)

Jede Branche hat ihre eigenen Regeln – so auch das Glücksspiel. Welche besonderen Herausforderungen gibt es in der Kommunikation für WestSpiel?

Wir wollen und müssen auf unsere Angebote aufmerksam machen. Dies tun wir verantwortungsvoll, da wir ein Produkt mit Risiken anbieten. Nicht jeder kann damit umgehen. Themen rund um den Spielerschutz stehen für WestSpiel deshalb immer oben auf der Agenda. Es freut mich, dass mein Arbeitgeber diese Aufgabe sehr ernst nimmt und viel auf dem Gebiet tut. Allein schon aus Kommunikationssicht bin ich sehr dankbar, da ich Inhalte nicht suchen muss. Sie sind da und ich bereite sie lediglich auf. Beispielsweise gibt es bei WestSpiel das sogenannte Kompetenzteam für Spielerschutz, das von der Universitätsmedizin Mainz begleitet wird. Die Kollegen sind unglaublich engagiert und produzieren News am laufenden Band.

Deine Kommunikationskarriere begann an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, wo du Soziologie, Politik- und Medienwissenschaften studiert hast. Wie sehr hat dich das Studium auf den Arbeitsalltag als Kommunikationsverantwortlicher der Westdeutschen Spielbanken vorbereitet?

Es schadet nicht, wenn man Medientheorien kennt und auch in diese Richtung studiert. Aber es bringt dir für den Job nicht viel. Deshalb raus ins echte Leben. Praktika absolvieren, in Redaktionen rein und gerade am Anfang auch immer wieder mal den Arbeitgeber wechseln. Ich habe mich bei dem einen oder anderen Jobwechsel dann schon gewundert, wie unterschiedlich Pressestellen arbeiten und wie verschieden die Anforderungen sind. Dies sind sehr wichtige Erfahrungen.

Was hättest du gerne vor deinem ersten Arbeitstag gewusst?

Dass ich in den eigenen Casinos nicht spielen darf. Dabei hatte ich so sehr auf Insidertipps gehofft. (lacht). Nein, im Ernst: Glücksspiel bedeutet, dass der Ausgang des Spiels vom Zufall abhängt. Da helfen keine Tipps und gute Ratschläge. Bevor ich bei WestSpiel angefangen habe, war ich sage und schreibe einmal in meinen Leben im Casino. Inzwischen bin ich dort natürlich häufig zu Besuch, ob in der legendären und neu gestylten Hohensyburg oder in Duisburg, der erfolgreichsten Spielbank Deutschlands. Ich mag die Atmosphäre.

Vielen Dank für diese spannenden Insights, Marco!

 Beherzigt ihr Marcos Tipps bei der Planung eines PR-Events? Verratet es uns in den Kommentaren!
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