• 1. September 2022
  • Max Seyring
Gamescom 2022: Zwischen Spielspaß, Fritten und Eskalation

Gamescom 2022: Zwischen Spielspaß, Fritten und Eskalation

Endlich war es an der Zeit – die Gamescom 2022 in Köln durfte nach einer dreijährigen Pause bedingt durch COVID-19 wieder ihre Türen für zahlreiche Gaming-Fans und Creator aus verschiedensten Branchen öffnen. Für viele Besucher ein Erlebnis, welches nicht weiter auf sich warten lassen konnte. Gamescom_2022 © Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld

Game On!

Sei es der nostalgische Einblick in revolutionierte Spielreihen oder brandneue Spiele, auf die kaum abzuwarten ist: Die wirtschaftliche Bedeutung des Videospielmarktes und der eSports-Industrie ist im Laufe der Jahre gewachsen und mit ihr die Zahl der Gamer und eSports-Enthusiasten auf der ganzen Welt. Die Popularität von Spielen hat besonders in den letzten Jahren erheblich zugenommen, dazu beigetragen haben auch die COVID-19 Lockdowns, bei denen man förmlich gezwungen war, sich in den eigenen vier Wänden zu beschäftigen. Halten wir eins fest: Durch Marketing und Partnerschaften können Unternehmen Millionen Verbraucher in attraktiven Zielgruppen erreichen. Fast die Hälfte der Deutschen spielt gerne Video- und Computerspiele, ergab eine Studie der Bitkom, und auch das Interesse an eSports-Übertragungen steigt. Daher ist das Potential von neuen Gaming-Start-up Brands hoch.

Der Ansturm groß, das Angebot gering

Gamescom_2022 © Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld Zahlreiche Video-Game-Publisher nutzen zwar die Gelegenheit, Neuheiten zu präsentieren und sich gegenüber dem Wettbewerb zu positionieren, doch viele Top-Gaming-Franchises blieben weg und verzichteten auf eine Teilnahme an der Messe, wie Sony, Nintendo, EA und Activision. Während der unausweichlichen Pausen durch COVID-19 bauten diese erfolgreich ihre digitalen Marketing-Aktivitäten und Online-Showcases aus, welche im Vergleich zu traditionellen Messen als kostengünstigere Alternative dienen. Ein nachvollziehbarer Grund, jedoch enttäuschend für viele treue Nutzer. Stattdessen punktete bspw. Ubisoft mit ihrer Teilnahme an der berühmten Messe, welche laut eigener Aussage sehr gerne den direkten Austausch mit der Community suchten. Ein Move, welcher aus marketingtechnischer Sicht zu einer gesunden Nutzerbindung beigetragen hat. Dass sich Ubisoft so einen besonderen Platz in den Herzen der Gamer verschafft hat – und auf dem Podium gegenüber der Konkurrenz glänzte – liegt klar auf der Hand. Gut möglich, dass sich auch ein positiver Anstieg der Kaufbereitschaft verzeichnen lassen wird.

Creator – die Stars der Gamescom?

Unternehmen sind nicht alles, denn die Gamescom lebt besonders von Meet & Greets und Autogrammstunden diverser Creator, welche die Besucher noch einmal mehr dazu verlocken bei der Gaming-Messe vorbeizuschauen. Dabei sind es Creator wie Paluten, Rezo, HandOfBlood, Anni The Duck und auch weitere, welche unter anderem für ordentlich Trubel bei AMD oder TikTok sorgten. Eins steht fest: Influencer mit einer großen Reichweite und treuer Fanbase gehören zur Gamescom dazu – sowohl für das Erlebnis der Community, als auch für den Ticketverkauf. Das Wohlbefinden der Besucher sollte trotz alledem oberste Priorität haben, jedoch kam es dieses Jahr anders: Nach einer hitzigen Auseinandersetzung mehrerer YouTuber und Streamer hinter Halle 8 – orangemorange, Scurrows und Tanzverbot – trendete kurze Zeit später der Hashtag #Gamescom in den Trends von Twitter und TikTok. Gute Publicity? Wohl eher nicht. Am Folgetag besuchte auch einer der größten Creator Deutschlands, MontanaBlack, die Messe, verfolgt von einer Menschenmasse, die man sich kaum vorstellen möchte. All-in-all: Ein Mix aus Unterhaltung, Spaß, aber leider auch Panik. Geschehnisse, die definitiv nicht hätten sein müssen. Dennoch ist unverkennbar gewesen, wie groß die Freude auf ein gemeinsames Wiedertreffen nach öden Webcam-Sessions war. Die flächenmäßig stark reduzierte Business Area fiel auf, hielt aber die Besucher nicht von einem aufgeweckten Austausch ab.

Meine Learnings der Gamescom 2022

  • Marken, welche nichts mit Gaming zu tun haben, sollten ihren Auftritt vorab von der ihnen anvisierten Zielgruppe „prüfen“ lassen, bevor sie mit unauthentischen Bemühungen das Herz der Gamer erreichen wollen.
  • Nächstes Jahr muss mehr kommen. Ja, es war voll, warm und ziemlich anstrengend, doch für Liebhaber des Gaming immer wieder ein familiäres Erlebnis unter Gleichgesinnten, trotz mangelnder Auswahl an Spielen. Veranstalter müssten für ein größeres und besseres Kontingent an Spielen sorgen, damit die Besucher zuverlässig bleiben und die Gamescom ihre Daseinsberechtigung nicht verliert. Ob das jemals der Fall sein wird, steht noch in den Sternen und lange nicht fest – zum Glück!
  • In Sachen Hygiene gab es viel Luft nach oben. Abstände nicht vorhanden, Masken wurden nur sehr selten gesehen und die Kontrolle an den Eingängen wies einige Lücken auf. Angesichts der extremen Menschenmasse beunruhigend, aber ohne Regeln auch nicht anders zu erwarten.
  • Frittenwerk als Hauptverpfleger für zwischendurch zu organisieren war nicht zu übertreffen und eine der besten Ideen seit langem. Good job, Gamescom!
Wart ihr auf der Gamescom? Und wie sind eure Erfahrungen? Wir freuen uns auf eure Kommentare per Mail oder unter unseren Social Media Posts zu diesem Blogbeitrag.
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