• 27. Juli 2022
  • Felix Hardy
Das „Metaverse“ und sein Nutzen für das Marketing

Das „Metaverse“ und sein Nutzen für das Marketing

Das Metaverse. Den Begriff kennen einige sicher, aber was bedeutet es genau, wie wird es in Zukunft Einfluss auf unser Leben nehmen und wie können wir es fürs Marketing einsetzen? Das versuche ich heute zu beantworten.

Karten auf den Tisch: Worüber rede ich hier eigentlich?

Starten wir mit den Basics. Was bedeutet überhaupt das Wort „Metaverse“? Dieses setzt sich aus „Meta”, dem Wort für „zwischen” und „Verse” zusammen. Demnach steht es für ein „Zwischen-Universum”. Aber was genau ist dieses Metaverse überhaupt? Nunja, es ist eigentlich recht einfach: Das Metaverse ist eine engere Verknüpfung mit unserem Leben und der Technologie, die uns umgibt. Somit soll es in Zukunft möglich sein, in einem virtuellen Raum arbeiten, spielen und leben zu können. Wie das möglich sein soll? Es ist vielleicht den meisten noch nicht bewusst, doch das Metaverse ist schon in unserem Alltag angekommen. Viele Menschen besitzen bereits VR-Headsets und bewegen sich tagtäglich im Metaverse umher.

Mein Abenteuer im Metaverse

Eines Tages war es soweit: Ich habe mich auf den Weg zu einem Freund gemacht, welcher ein 2000€ Virtual Reality Setup von Facebook zuhause hat, um mich von der Technologie selbst zu überzeugen. Schnell den Raum gescannt, das Headset aufgesetzt und schon ging es los. Innerhalb von Sekunden wurden meine Arme durch Controller ersetzt, und um mich herum eröffnete sich ein virtuelles Universum – gefüllt mit Menschen. Ich konnte mich in kürzester Zeit mit Leuten aus aller Welt unterhalten, Spiele spielen und realistisch miteinander interagieren. Klar, das klingt jetzt wie eine Beschreibung des Internets, jedoch ist es etwas anderes, wenn man mit einem Alien, einem Roboter und einer Hexe in einem Raumschiff sitzt, welches um den Saturn fliegt. Und das verrückteste: Für mein Gehirn hat sich die Erfahrung komplett real angefühlt.

Die unfassbare Wahrheit

Uns ist also nun klar: Das Metaverse ist nicht nur eine Idee, die in unseren Köpfen herumschwirrt, sondern schon länger Realität. Aber mit Aliens und Robotern in VR Bösewichte zu besiegen, klang für mich nur nach einem immersiven Spielspaß, weshalb ich weiter nach Antworten gesucht habe. Bei meinen Recherchen habe ich mich gefragt, ob das Metaverse bis dato einen großartigen Marktwert für uns hat, und ob Menschen außerhalb der „Gaming-Bubble“ an der schicken virtuellen Welt interessiert sind. Da kam mir der Gedanke für die wohl absurdeste Google Suche seit langem: „Grundstück im Metaverse kaufen“. Dass ich dadurch auf einen Bericht von Reuters stoße, in dem darüber berichtet wird, dass ein U.S. Start-up namens „Yuga Labs“ bereits Grundstücke im Wert von 285 Millionen im Metaverse veräußert hat, hätte ich niemals gedacht. Als ich diese Information verdaut hatte, suchte ich weiter: Kleidung, Häuser, Kunst und viele weiteren Dinge, die nur virtuell existieren, werden für mehrere Millionen Euro verkauft. 2021 wurden weltweit insgesamt 25 Milliarden Dollar für virtuelle Güter ausgegeben.

Firmen im Metaverse

Aber wofür all der Hype, und warum machen wir nicht einfach weiter wie bisher? Firmen wie Adidas, Coca-Cola, Warner Bros, Adidas, Ray Ban und Gucci sind sich einig. Durch das Metaverse hat sich eine neue Welt für Marketing im Milliardenbereich eröffnet. Aber wie können wir uns als Agentur an dem Phänomen bedienen? Einmal ein hypothetisches Beispiel: Unser Kunde Lambertz bringt sein erstes eigenes NFT auf dem Markt, also ein Bild mit einer einzigartigen Signatur, welches durch diese einen Wert bekommt. Sei es ein 3D-Keks, das Firmenlogo oder etwas anderes, sollte dieses NFT teuer veräußert werden und im Metaverse einen Nutzen haben, würde sich damit für das Unternehmen eine kosteneffiziente Marketingmöglichkeit eröffnen. Für den Erfolg gibt es hier zwar keinen Garant, aber eine Etablierung im Metaverse erweist sich mit der wachsenden Nutzung als immer wichtiger. Seien es Freipässe für die virtuelle Keksfabrik, Merchandise für deinen Charakter im Metaverse oder große Werbeplakate in der immersiven Welt – je früher man sich mit dem wilden Westen des virtuellen Marketings auseinandersetzt, desto besser.  

 

Meine Fragen an die Experten

Da ich jedoch kein Experte auf dem Gebiet bin, habe ich die selbsternannte „Godmother of Metaverse“, Strategin, Autorin und Keynote-Sprecherin Cathy Hackl über Instagram befragt. Die Fragen habe ich daraufhin vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Felix: Was macht Marketing im Metaverse einzigartig und wie können wir diese Besonderheiten für uns nutzen? Cathy: Die Anfänge des Internets haben neue Marktplätze für den Austausch geschaffen, angefangen bei Social Media Apps und eCommerce. Mit dem Anbruch des Metaverse und der kommenden Ära des Web3 wird sich der Handel weiterentwickeln. Mit dieser Entwicklung werden neue Modelle entstehen, welche die jetzigen Marketingstrategien und die Produkte, die verkauft werden, maßgeblich verändern. Das jedoch nur, wenn wir uns auf den Nachfolgestaat des heutigen Internets zubewegen – das Metaverse. Unabhängig davon, ob es sich um physische oder virtuelle Produkte handelt, müssen Fachleute demografische Daten, den Aufbau von Fähigkeiten und Spielelementen, die Interaktion mit dem Benutzer, Events/Erlebnisse und die Schaffung einer einheitlichen Handelsfront berücksichtigen – alles mit dem Ziel, das Engagement für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu fördern. Wenn man dann noch die Bedeutung von Community, Authentizität und deren Einfluss auf die Entscheidungen eines Fans und/oder Kunden in der physischen und virtuellen Welt berücksichtigt, wird der Mix noch komplexer. Wenn sich Ihre Kunden im Metaverse befinden, ist es zunächst einmal virtuell. Was passiert jedoch, wenn sie etwas physisches im Spiel oder in der Welt kaufen möchten? Oder wenn sie sich an einem physischen Ort befinden, sei es ein Geschäft oder ein Musikfestival, an welchem sie ein Produkt erwerben, oder etwas anderes in der virtuellen Welt freischalten können. Auf diese Möglichkeiten dürfen wir in der Zukunft gespannt sein. Felix: Welches Geschäftsmodell funktioniert bis dato am besten, und wie können wir uns daran bedienen?   Cathy: Im Metaverse gibt es ein neu entstehendes Geschäftsmodell, das sich darauf konzentriert, digitale Zwillinge des Kunden, d. h. den einzigartigen Avatar der Person, mit neuen Produkten zu versorgen. Dies wird Direct-to-Avatar (D2A) genannt, ein Begriff, den Ryan Gill, CEO von Crucible, und ich erstmals im Juli 2020 in einem viel zitierten Artikel untersuchten. D2A umgeht das traditionelle Marketing, indem es sich auf In-Game-Personen konzentriert, um virtuelle Güter, physische Gegenstände oder reale Erfahrungen zu verkaufen. D2A mag kontraintuitiv klingen, aber es entwickelt sich zu einem schnell wachsenden Marktsegment mit einem verstärkten Gefühl der Verbundenheit zum Kauf digitaler Güter, die möglicherweise mit realen Gegenstücken einhergehen. D2A kann somit von Marken genutzt werden, um verschiedenste Produkte zu verkaufen.

Resumé

Das Metaverse bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Produkte in der virtuellen Welt zu vermarkten. Ob dies nun mit NFT’s, D2A oder virtuellen Werbeflächen stattfindet, ist dabei erstmal nicht das Thema. Jedoch sollten wir uns bewusst machen, dass das Metaverse eine immer wichtiger werdende Plattform darstellt, die man nicht übersehen sollte. Der frühe Vogel fängt den Wurm, sage ich gerne. Beim Internet war das ähnlich: Die, die zuerst da waren und alles richtig gemacht haben, sind heute die Big Player. Wie sich das im Metaverse entwickeln wird, kann nur die Zeit selbst sagen.
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