• 9. April 2026
  • Nadja Amireh

Vom Konzern zur Agentur: Mein Weg des anderen Gründens

Frauen gründen anders. Nicht, weil sie es nicht könnten wie Männer, sondern, weil sie andere Fragen stellen, andere Risiken sehen und oft ein anderes Ziel vor Augen haben: ein Business, das zum eigenen Leben passt. Für viele bedeutet das leider auch: zu lange zweifeln, sich kleinmachen, Perfektion über Erfolg stellen. Zu meiner Persönlichkeit hat das nie gehört – und genau das hat meine Gründung geprägt.
Mein Konzern-Background hat mir enorm geholfen: Ich kannte Strukturen, Prozesse, Kundenbeziehungen und wie man in großen Organisationen wirkt. Das war kein Ballast, sondern mein stärkster Vorteil; ein Fundament, auf dem ich aufbauen konnte, ohne von Null anzufangen.

Vom Konzern zur eigenen Vision

20 Jahre FMCG-Konzern, sichere Karriere, klare Hierarchien. Ich wusste, wie „klassisches“ Business funktioniert. Und trotzdem habe ich gemerkt: Ich will noch einmal ganz neu starten. Nicht ein bisschen anders, sondern wirklich eigen. Also habe ich gekündigt und meine Agentur gegründet. Mein Ziel: Kommunikation, die wirkt – mit Kundennähe, strategischer Tiefe und einem Team, das auf Augenhöhe arbeitet. Ich wollte nicht nur einen neuen Arbeitgeber, ich wollte ein anderes Arbeits- und Unternehmensmodell.
Anders gründen hieß für mich: Ich nehme all meine Konzern-Erfahrung mit – aber ich spiele nach meinen eigenen Regeln. Und anfangs? „Wie kannst du nach 20 Jahren bei so einem sicheren Arbeitgeber weggehen? Du bist doch schon über 40!“ Das habe ich oft gehört – von Kollegen, Freunden, Familie. Jeder sah das Risiko. Ich sah die Chance: Endlich selbst entscheiden, endlich frei gestalten. Mein Background machte mich nicht verletzlicher, sondern robuster.

Gründen Frauen anders? Ja – aber nicht alle gleich

Viele Frauen, mit denen ich spreche, gründen aus einem anderen „Warum“ heraus als viele Männer:
Sie wollen ein stimmiges Lebensmodell statt der nächsten Visitenkarte.
Sie denken Verantwortung, Beziehungen und Alltag gleich mit.
Sie fragen zuerst: „Wie halte ich das langfristig durch?“ – nicht nur: „Wie komme ich möglichst schnell nach oben?“
Das ist eine große Stärke – und gleichzeitig oft der Punkt, an dem es klemmt. Aus Vorsicht wird manchmal Unsichtbarkeit. Aus Verantwortungsgefühl wird Selbstaufgabe. Aus Harmoniebedürfnis wird die Angst, klare Kante zu zeigen – bei Kunden, Preisen, Grenzen.
Ich kenne all diese Themen fachlich. Aber: Sie waren nie mein innerer Motor. Ich habe immer gewusst, was ich kann, und hatte nie das Bedürfnis, mich aus Prinzip zu verkleinern, leiser zu reden oder meine Erfahrung zu relativieren, „um nicht zu viel zu sein“. Das Imposter-Syndrom war mir immer fremd. Mein Konzern-Hintergrund hat mir hier enorm geholfen: Ich wusste, dass ich Ergebnisse liefere – und dass das zählt, unabhängig vom Alter oder Status.
Anders gründen hieß für mich:
Anders kalkulieren: Ich habe von Anfang an so geplant, dass das Geschäft tragfähig ist – nicht „mal sehen, was reinkommt“. Preise waren für mich kein peinliches Thema, sondern ein Ausdruck von Wert. Der Konzern hatte mich gelehrt, wie man kalkuliert.
Anders führen: Ich wollte keine Agentur, in der Menschen ausbrennen. Teamkultur, Verlässlichkeit und klare Kommunikation waren von Beginn an Teil des Geschäftsmodells, nicht nur „nice to have“.
Anders auswählen: Ich habe bewusst darauf geachtet, mit wem wir arbeiten. Nicht jeder Kunde ist passend – ein „Nein“ kann strategischer sein als drei „Ja, irgendwie kriegen wir das hin“.
Anders sichtbar sein: Ich habe meine Geschichte nie versteckt. 20 Jahre Konzern, dann Gründung – das ist kein Makel, sondern ein Asset. Statt „Ich bin nur…“ zu sagen, war mein Satz: „Das ist mein Background, das ist mein Angebot.“
Anders gründen heißt für mich: Ich nutze mein Frausein als Perspektive, nicht als Ausrede – und meinen Konzern-Hintergrund als Turbo.

Was andere Gründerinnen für sich mitnehmen können

Du musst nicht plötzlich ein anderer Mensch werden, um erfolgreich zu gründen. Aber du kannst bewusst entscheiden, wie du gründen willst. Dafür helfen ein paar ehrliche Fragen:

Gründest du, um es allen recht zu machen – oder um dein eigenes Modell zu leben?
Wo bremst du dich gerade aus – mit Gedanken wie „Wer bin ich schon, dass ich…“?
Welche Erfahrungen und Stärken behandelst du als selbstverständlich, statt sie selbstbewusst zu nutzen?

Anders gründen bedeutet nicht, dass du keine Angst haben darfst. Es bedeutet, dass deine Angst nicht die Hauptentscheidung trifft. Dass du deine Geschichte nicht kleinredest, sondern als Fundament nutzt. Und dass du dir erlaubst, klare Entscheidungen zu treffen – bei Preisen, Grenzen, Kunden, Wachstum. Dein Background, egal ob Konzern oder anders, ist dein Asset – nutze es.

Austausch mit Gründerinnen willkommen

Ich habe meinen Mut und meine Motivation genommen, Hindernissen getrotzt und meine Entscheidung keineswegs bereut – trotz aller „Das ist doch viel zu riskant nach 20 Jahren!“-Kommentare. Wenn du spürst: „Ich will gründen oder mein Business weiterentwickeln – aber nicht um den Preis, mich permanent kleinzumachen“, dann bist du genau die Zielgruppe dieses Beitrags. Du darfst anders gründen. Du darfst bewusst gründen. Und du darfst als Frau ein Unternehmen aufbauen, das zu dir passt, ohne dich zu verleugnen, ohne dich zu verzetteln.
Wenn du deine Positionierung, deine Geschichte oder deine Sichtbarkeit als Gründerin schärfen möchtest, unterstütze ich dich gern mit meiner Erfahrung aus 20 Jahren Konzern und vielen Jahren als Agenturinhaberin, die Gründer und Unternehmen berät. Schreib mir, wenn du Sparring für deinen Weg brauchst – fachlich klar, persönlich ehrlich, ohne Floskeln.

Themen:
  • wakeupcommunications
  • Social Media Marketing
  • Best Cases
  • Einblicke
  • Kreativ arbeiten
  • Showreel

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Häufig gestellte Fragen

Wake up Communications ist eine PR-, Social-Media- und Strategie-Agentur in Düsseldorf.
Wir entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Inhalte, die Marken sichtbar
machen – lokal, national und international.

Wir betreuen Unternehmen aus dem B2B- und B2C-Bereich – von Food und Handel über
Messen bis zur Spezialchemie. Unser Standort in Düsseldorf verbindet uns eng mit
Kund:innen aus ganz NRW und Deutschland.

Wir sind eine inhabergeführte Agentur mit flachen Hierarchien und direkter Kommunikation.
Unsere Kund:innen profitieren von strategischem Denken, kreativer Umsetzung und einem
partnerschaftlichen Miteinander

Wir starten immer mit einer klaren Strategie, definieren Ziele und Maßnahmen und setzen
sie passgenau um. Je nach Budget lassen sich Leistungen im Verlauf flexibel anpassen oder
erweitern.

Sobald Ziel, Umfang und Budget abgestimmt sind, können wir kurzfristig loslegen – meist
innerhalb weniger Wochen.

Nein. Wir übernehmen Projekte komplett oder arbeiten Hand in Hand mit euren internen
Teams – effizient, abgestimmt und transparent.

Wir definieren KPIs gemeinsam und liefern regelmäßige Reportings. So sind Reichweite,
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Ja. Wir führen praxisnahe Workshops zu Social Media, PR und digitaler Kommunikation
durch – auf Wunsch auch direkt bei euch vor Ort in NRW oder online.

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oder kreative Arbeit unterstützen. Dabei bleibt die Strategie immer menschlich geführt.

In jedem Projekt habt ihr zwei feste Ansprechpartner:innen. So ist immer jemand erreichbar,
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Das hängt vom Projekt ab. Wir bieten flexible Modelle – von Einzelprojekten bis zu
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Das hängt von euren Zielen und Kanälen ab. Wir beraten euch transparent und erstellen ein
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Kampagnen in enger Abstimmung mit globalen Teams um.

Wir betreuen LinkedIn, Instagram, TikTok, Facebook und weitere Kanäle – abhängig von
Zielgruppe, Marke und Kommunikationsziel.

Ja – Pressearbeit und Medienkommunikation gehören zu unseren Kernleistungen. Wir
platzieren eure Themen in relevanten Fach- und Publikumsmedien.

Sehr transparent – regelmäßige Updates, klare Reportings und offene Kommunikation
gehören bei uns zum Standard.

Ja – wir entwickeln Markenstrategien, Positionierungen und Storytelling-Konzepte, die euer
Unternehmen authentisch präsentieren.

Content ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Wir produzieren Texte, Fotos und
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Unsere Kund:innen kommen aus ganz Deutschland – besonders stark sind wir in NRW,
dem Rheinland und Süddeutschland vertreten.

Am besten direkt über das Kontaktformular auf www.wakeup-communications.de, per Mail
oder telefonisch. Wir freuen uns auf neue Projekte aus Düsseldorf, NRW und darüber
hinaus.