- 19. März 2025
- Nadja Amireh
In Deutschland befindet sich das gesellschaftliche Vertrauen auf einem Tiefpunkt. Ganze 69 % der Deutschen empfinden starken oder moderaten Groll, insbesondere gegenüber Regierung, Unternehmen und Wohlhabenden.
Große Zahlen sehen gut aus. 100.000 Impressionen. 20.000 Follower. Tausende Likes. Ein Reel, das plötzlich durch die Decke geht.
Doch hohe Reichweite bedeutet zunächst nur, dass viele Menschen einen Inhalt gesehen haben. Sie sagt noch nichts darüber aus, ob die richtigen Personen erreicht wurden, ob Vertrauen entstanden ist oder ob daraus eine konkrete Handlung folgt. Genau deshalb bedeutet Reichweite nicht automatisch Erfolg.
Reichweite ist wichtig, denn ohne Sichtbarkeit kann Kommunikation kaum Wirkung entfalten. Trotzdem ist sie nur ein Teil des Gesamtbildes. Der internationale Branchenverband AMEC (International Association for Measurement and Evaluation of Communication) unterscheidet bei der Bewertung von Kommunikation klar zwischen Outputs wie Reichweite und Impressionen, den Reaktionen der Zielgruppe sowie tatsächlichen Outcomes und Auswirkungen auf das Unternehmen. Vertrauen, Einstellungsänderungen oder konkrete Handlungen liegen damit deutlich weiter hinten in der Wirkungskette als reine Sichtbarkeit.
Ein viraler Beitrag kann hunderttausende Menschen erreichen und für das Unternehmen strategisch wenig wertvoll sein. Gleichzeitig kann ein Fachbeitrag mit 3.000 Aufrufen genau die relevanten Entscheider, Bewerberinnen oder Branchenkontakte erreichen. Entscheidend ist deshalb nicht, wie viele Menschen einen Beitrag sehen, sondern welche Menschen erreicht werden und was daraus entsteht.
Follower, Likes und Videoaufrufe lassen sich leicht messen und sehen im Reporting gut aus, sagen aber für sich allein wenig aus. Auch LinkedIn empfiehlt im B2B-Marketing, stärker zwischen reinen „Vanity Metrics“ und Kennzahlen mit tatsächlichem Business-Bezug zu unterscheiden. Entscheidend ist, bereits vor einer Kampagne festzulegen, was kurz- und langfristiger Erfolg bedeutet, und die KPIs daran auszurichten.
Geht es um Bekanntheit, können Reichweite und Impressionen entscheidend sein. Im Recruiting zählen eher Klicks auf Stellenangebote, Nachrichten und Bewerbungen. Bei der Expertenpositionierung sind qualifizierte Diskussionen, Medienanfragen oder neue Branchenkontakte aussagekräftiger. Erst das Kommunikationsziel macht aus einer Zahl eine relevante Kennzahl.
Ein häufiger Fehler ist die Erwartung, dass Kommunikation schnell sichtbare Ergebnisse liefern muss: ein neuer Kanal wird gestartet, einige Beiträge werden veröffentlicht, und nach wenigen Wochen wird geprüft, ob bereits deutlich mehr Follower, Anfragen oder Bewerbungen entstanden sind. Doch Vertrauen und Bekanntheit entstehen selten durch einen einzelnen Beitrag. Menschen müssen eine Marke mehrfach wahrnehmen und verstehen, wofür ein Unternehmen steht.
Dass wiederholte Wahrnehmung einen Effekt haben kann, ist wissenschaftlich gut untersucht: Eine in ScienceDirect veröffentlichte Studie zum sogenannten Mere-Exposure-Effekt zeigte, dass die Bewertung neuer Konsumprodukte mit wiederholter Wahrnehmung positiver ausfallen kann. Für Social Media bedeutet das nicht, denselben Inhalt ständig zu wiederholen – es unterstreicht aber, warum kontinuierliche Sichtbarkeit wichtig ist. Fachbeiträge vermitteln Kompetenz, Einblicke schaffen Nähe, wiederkehrende Formate sorgen für Wiedererkennung, Dialog stärkt die Beziehung zur Community. Erst die Summe dieser Kontaktpunkte formt langfristig ein Bild der Marke.
Bleiben schnelle Erfolge aus, sinkt häufig die Frequenz: Aus regelmäßigen Beiträgen werden sporadische Posts, und irgendwann entsteht der Eindruck, Social Media funktioniere nicht. Dabei hatte die Kommunikation oft schlicht nicht genug Zeit, Wirkung aufzubauen. Auch AMEC weist darauf hin, dass sich Kommunikationswirkung über unterschiedliche Zeiträume entwickelt: Aufmerksamkeit und Awareness entstehen eher kurzfristig, Vertrauen, Reputation und Beziehungen gehören zu den weiterführenden Outcomes, organisatorische Auswirkungen werden mitunter erst deutlich später sichtbar.
Für Pressearbeit gilt das noch ausgeprägter. Eine Pressemitteilung führt nicht automatisch am nächsten Tag zu Veröffentlichungen. Redaktionen erhalten täglich zahlreiche Themen und entscheiden nach Relevanz, Aktualität, Timing und Nachrichtenlage. Hinzu kommt der Aufbau von Beziehungen: Journalistinnen und Journalisten merken sich über Zeit, welche Unternehmen relevante Themen liefern, schnell reagieren und als fachliche Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Public Relations Society of America (PRSA) beschreibt erfolgreiche Media Relations als langfristigen Prozess, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und kontinuierlicher Austausch entscheidend für stabile Beziehungen sind. Als besonders starkes Signal für eine etablierte Medienbeziehung nennt die PRSA den Moment, in dem Redaktionen von sich aus auf ein Unternehmen zukommen und nach Einschätzungen oder Ideen fragen. Eine erste Pressemitteilung wird vielleicht nicht aufgegriffen, trotzdem kann genau dieser Kontakt später dazu führen, dass sich eine Redaktion bei einem passenden Thema proaktiv meldet. Kurzfristig ist dieser Effekt schwer messbar, für die langfristige Reputation aber enorm wertvoll.
Gute Kommunikation zeigt sich nicht nur in großen Ausschlägen im Dashboard, sondern auch darin, dass ein potenzieller Kunde sagt, er verfolge die Beiträge schon länger. Dass eine Bewerberin die Unternehmenskultur bereits aus Social Media kennt. Dass ein Journalist für eine Einschätzung anruft oder ein Branchenkontakt das Unternehmen weiterempfiehlt. Solche Effekte lassen sich nicht immer eindeutig einem einzelnen Beitrag zuordnen, sie sind trotzdem Ergebnis kontinuierlicher Kommunikation.
Genau deshalb geht moderne Kommunikationsmessung über das reine Zählen von Veröffentlichungen, Impressionen und Likes hinaus. AMEC empfiehlt, Kommunikation bis hin zu Veränderungen bei Wahrnehmung, Vertrauen, Verhalten und den übergeordneten Unternehmenszielen zu betrachten.
Hohe Reichweiten sind erfreulich, problematisch wird es erst, wenn sie automatisch zum wichtigsten Erfolgskriterium werden. Nicht jeder Beitrag muss viral gehen, nicht jede Pressemitteilung muss sofort Berichterstattung erzeugen. Entscheidend ist, dass Kommunikation die richtigen Menschen erreicht und langfristig auf die Unternehmensziele einzahlt.
Die richtige Zielgruppe ist wichtiger als die größtmögliche. Und Reichweite lässt sich schneller aufbauen als Reputation.
Wake up Communications ist eine PR-, Social-Media- und Strategie-Agentur in Düsseldorf.
Wir entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Inhalte, die Marken sichtbar
machen – lokal, national und international.
Wir betreuen Unternehmen aus dem B2B- und B2C-Bereich – von Food und Handel über
Messen bis zur Spezialchemie. Unser Standort in Düsseldorf verbindet uns eng mit
Kund:innen aus ganz NRW und Deutschland.
Wir sind eine inhabergeführte Agentur mit flachen Hierarchien und direkter Kommunikation.
Unsere Kund:innen profitieren von strategischem Denken, kreativer Umsetzung und einem
partnerschaftlichen Miteinander
Wir starten immer mit einer klaren Strategie, definieren Ziele und Maßnahmen und setzen
sie passgenau um. Je nach Budget lassen sich Leistungen im Verlauf flexibel anpassen oder
erweitern.
Sobald Ziel, Umfang und Budget abgestimmt sind, können wir kurzfristig loslegen – meist
innerhalb weniger Wochen.
Nein. Wir übernehmen Projekte komplett oder arbeiten Hand in Hand mit euren internen
Teams – effizient, abgestimmt und transparent.
Wir definieren KPIs gemeinsam und liefern regelmäßige Reportings. So sind Reichweite,
Engagement und PR-Erfolge jederzeit nachvollziehbar.
Ja. Wir führen praxisnahe Workshops zu Social Media, PR und digitaler Kommunikation
durch – auf Wunsch auch direkt bei euch vor Ort in NRW oder online.
Ja – wir setzen KI-Tools gezielt, sinnvoll und effizient ein, wenn sie Prozesse verbessern
oder kreative Arbeit unterstützen. Dabei bleibt die Strategie immer menschlich geführt.
In jedem Projekt habt ihr zwei feste Ansprechpartner:innen. So ist immer jemand erreichbar,
der euer Projekt und die Ziele genau kennt.
Das hängt vom Projekt ab. Wir bieten flexible Modelle – von Einzelprojekten bis zu
langfristiger Kommunikationsbetreuung.
Das hängt von euren Zielen und Kanälen ab. Wir beraten euch transparent und erstellen ein
realistisches Angebot mit klarer Leistungsübersicht.
Ja. Als Düsseldorfer Agentur mit internationalen Kunden setzen wir auch mehrsprachige
Kampagnen in enger Abstimmung mit globalen Teams um.
Wir betreuen LinkedIn, Instagram, TikTok, Facebook und weitere Kanäle – abhängig von
Zielgruppe, Marke und Kommunikationsziel.
Ja – Pressearbeit und Medienkommunikation gehören zu unseren Kernleistungen. Wir
platzieren eure Themen in relevanten Fach- und Publikumsmedien.
Sehr transparent – regelmäßige Updates, klare Reportings und offene Kommunikation
gehören bei uns zum Standard.
Ja – wir entwickeln Markenstrategien, Positionierungen und Storytelling-Konzepte, die euer
Unternehmen authentisch präsentieren.
Content ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Wir produzieren Texte, Fotos und
Videos, die eure Marke in Szene setzen – online und offline.
Unsere Kund:innen kommen aus ganz Deutschland – besonders stark sind wir in NRW,
dem Rheinland und Süddeutschland vertreten.
Am besten direkt über das Kontaktformular auf www.wakeup-communications.de, per Mail
oder telefonisch. Wir freuen uns auf neue Projekte aus Düsseldorf, NRW und darüber
hinaus.