- 2. Mai 2024
- Nora Boutrid
Dass das Videoportal TikTok schon seit Langem unter Kritik steht, ist nichts Neues. Nun droht der Plattform im US-Raum ein Verbot. Unsere Werkstudentinnen Nora und Michelle beziehen Position.
Während 2024 jeder noch über ChatGPT und Co. staunte, taucht in deutschen und internationalen Feeds plötzlich ein Gegentrend auf: „No AI“. Influencer*innen posten Selfies mit entsprechenden Stickern, Brands bewerben Produkte „100 % menschlich“ und in der Podcast‑Szene wird „No AI“ bereits als neues Bio‑Siegel gehandelt. Aber wie groß ist die Ablehnung wirklich? Eine aktuelle Untersuchung der Marktforschung von Insider Intelligence zeigt, dass 32 % der Befragten in den USA und Großbritannien der Meinung sind, KI störe die Creator‑Ökonomie. Besonders die Generation Z zeigt eine klare Haltung: 54 % dieser Altersgruppe wünschen sich bei Kunst, Musik und Büchern überhaupt keine KI-Beteiligung, während nur 13 % diesen Wunsch beim Online‑Shopping haben. Gleichzeitig sagen 31 % der Verbraucher*innen, dass KI‑Inhalte von Marken in Werbespots sie eher abstoßen. Die Daten stammen aus einer neulich erhobenen Umfrage von Goldman Sachs und aus einem großen Report der Influencer‑Agentur Billion Dollar Boy, der über 4.000 Konsument*innen sowie 1.000 Content-Creator*innen und Marketing-Entscheider*innen befragte.
Der Trend kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Er ist eine Reaktion auf die Flut an KI‑generierten Bildern, Clips und Songs, die seit Monaten die Feeds überschwemmt. In den USA etwa landete im November ein komplett KI‑generierter Country‑Song an der Spitze der Billboard‑Downloads. Und wenn selbst Traditionsmarken wie Coca‑Cola ihr Weihnachtsmärchen von einer KI gestalten lassen, kommt das nicht überall gut an: Die diesjährige AI‑Kampagne des Getränkeherstellers wird im Netz als „soulless“, „creepy“ und „boycott“ betitelt; viele fordern, echte Animator*innen zu bezahlen und weisen darauf hin, dass immer mehr Menschen genug von der täglichen Portion AI‑Slop haben und sich wieder nach Authentizität sehnen.
Was treibt die „No AI“-Bewegung an? Die genannten Studien und Reaktionen lassen zwei Hauptmotive erkennen:
1. Wunsch nach Transparenz und Kontrolle: Konsument*innen wollen wissen, ob eine Marke mit echten Menschen arbeitet oder auf synthetische Inhalte setzt. Wenn 31 % angeben, dass KI‑Werbung sie abschreckt, signalisiert das: Menschen misstrauen Produktionen, denen die menschliche Handschrift fehlt.
2. Überdruss an Uniformität. Viele KI‑Assets wirken glattgebügelt und generisch. Die Coca‑Cola‑Kampagne zeigt, wie schnell eine Marke als austauschbar und seelenlos wahrgenommen wird, wenn sie ausschließlich KI auf das kreative Steuer setzt. Die „No AI“-Labels werden deshalb auch als Protest gegen kreative Monotonie gelesen.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Daten auch Nuancen: Nicht alle Bereiche werden gleich strikt beurteilt. Beim Shoppen oder bei der Recherche sind viele Nutzer*innen offener für algorithmische Empfehlungen; es geht vor allem um Kunst, Storytelling und Markeninszenierung. Diese differenzierte Haltung bietet Ansatzpunkte für eine sinnvolle Integration von KI.
Auch wir in der Agentur sind mit dieser Skepsis konfrontiert. Für einen Kunden haben wir kürzlich ein Video mithilfe von generativen Tools produziert. Unter dem spezifischen Video tauchten plötzlich „NO AI“‑GIFs auf. Eine berechtigte Kritik? In diesem Fall nicht: Ohne KI wären die Szenen schlicht nicht umsetzbar gewesen.
Als KI‑Botschafter von Wake up Communications sage ich dazu folgendes: Ja, wir haben KI genutzt, aber nur, weil es in diesem Szenario nicht möglich war, diese Art von Assets ohne KI zu erstellen. KI gibt der Kreativität einfach mehr Möglichkeit, sich auszuleben. Es geht nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern Grenzen zu verschieben. Wo traditionelle Produktion an ihre Grenzen stößt, kann KI neue visuelle Räume öffnen.
Nadja Amireh, Inhaberin und Geschäftsführerin von Wake up Communications, sieht in der Bewegung einen Weckruf für die Branche: „Der Wunsch nach echter, menschlicher Kommunikation ist absolut berechtigt. Wir dürfen uns nicht der Versuchung hingeben, nur auf Knopfdruck generierte Inhalte zu produzieren. KI ist ein Werkzeug – sie unterstützt uns, ersetzt uns aber nicht. Am Ende entscheidet die emotionale Qualität, ob eine Botschaft ankommt.“
Mit dieser Haltung verbinden wir zwei Ziele: Unsere Kund*innen sollen von effizienteren Workflows profitieren, ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Und wir wollen als Beratung glaubwürdig bleiben, indem wir offenlegen, wie und warum wir KI einsetzen.
Trotz aller Kritik eröffnet der „No AI“-Trend auch Chancen, gerade für Agenturen mit rund einem Dutzend Kolleg*innen und kurzen Entscheidungswegen:
Schnelle Anpassung an neue Erwartungen: Wenn sich die Stimmung gegenüber KI‑Content ändert, können wir rasch reagieren, ob durch Anpassung der Tonalität, durch transparentes Labeling oder durch den Umstieg auf rein menschlich produzierte Formate.
Beratungsmehrwert: Viele Kund*innen sind verunsichert: Ist KI ein Tabu oder eine Chance? Hier kommen wir ins Spiel. Wir prüfen für jede Kampagne, ob KI sinnvoll ist, und erklären die Hintergründe.
Kreativitätsboost: Während große Konzerne an starren Produktionsprozessen hängen, können wir kleine Experimente wagen: ein AI‑Storyboard testen, mit Voice‑Cloning spielen oder Prompt‑Engineering betreiben. Scheitert ein Prototyp, drehen wir schnell zurück.
Fokus auf Menschlichkeit: Gerade weil die KI‑Systeme zur Einheitlichkeit neigen, kann eine authentische Handschrift zum Alleinstellungsmerkmal werden. Mit echten Stimmen, wahren Geschichten und handgemachten Visuals heben wir uns ab.
Die „No AI“-Bewegung ist mehr als ein kurzfristiger Trend. Sie steht für das Bedürfnis nach echter, menschlicher Kommunikation und für den Wunsch, Technologie bewusst einzusetzen. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der jungen Zielgruppen KI in kreativen Bereichen misstraut, während KI‑überladene Kampagnen bei großen Marken wie Coca‑Cola sogar heftige Gegenreaktionen provozieren. Gleichzeitig macht generative Technologie völlig neue Bild‑ und Videowelten möglich, sofern sie verantwortlich eingesetzt wird.
Für uns als Agentur heißt das: Wir lassen uns weder vom Hype noch vom Pauschal‑Nein leiten. Stattdessen fragen wir bei jedem Projekt: Welche Geschichte wollen wir erzählen? Wie schaffen wir es, Menschen wirklich zu berühren? Und welche Tools – ob analog oder digital – unterstützen uns dabei am besten? Zwischen „No AI“ und „All AI“ gibt es viele Schattierungen. Unser Anspruch ist es, diese Balance zu finden und gemeinsam mit unseren Kund*innen das Beste aus beiden Welten herauszuholen.
Wake up Communications ist eine PR-, Social-Media- und Strategie-Agentur in Düsseldorf.
Wir entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Inhalte, die Marken sichtbar
machen – lokal, national und international.
Wir betreuen Unternehmen aus dem B2B- und B2C-Bereich – von Food und Handel über
Messen bis zur Spezialchemie. Unser Standort in Düsseldorf verbindet uns eng mit
Kund:innen aus ganz NRW und Deutschland.
Wir sind eine inhabergeführte Agentur mit flachen Hierarchien und direkter Kommunikation.
Unsere Kund:innen profitieren von strategischem Denken, kreativer Umsetzung und einem
partnerschaftlichen Miteinander
Wir starten immer mit einer klaren Strategie, definieren Ziele und Maßnahmen und setzen
sie passgenau um. Je nach Budget lassen sich Leistungen im Verlauf flexibel anpassen oder
erweitern.
Sobald Ziel, Umfang und Budget abgestimmt sind, können wir kurzfristig loslegen – meist
innerhalb weniger Wochen.
Nein. Wir übernehmen Projekte komplett oder arbeiten Hand in Hand mit euren internen
Teams – effizient, abgestimmt und transparent.
Wir definieren KPIs gemeinsam und liefern regelmäßige Reportings. So sind Reichweite,
Engagement und PR-Erfolge jederzeit nachvollziehbar.
Ja. Wir führen praxisnahe Workshops zu Social Media, PR und digitaler Kommunikation
durch – auf Wunsch auch direkt bei euch vor Ort in NRW oder online.
Ja – wir setzen KI-Tools gezielt, sinnvoll und effizient ein, wenn sie Prozesse verbessern
oder kreative Arbeit unterstützen. Dabei bleibt die Strategie immer menschlich geführt.
In jedem Projekt habt ihr zwei feste Ansprechpartner:innen. So ist immer jemand erreichbar,
der euer Projekt und die Ziele genau kennt.
Das hängt vom Projekt ab. Wir bieten flexible Modelle – von Einzelprojekten bis zu
langfristiger Kommunikationsbetreuung.
Das hängt von euren Zielen und Kanälen ab. Wir beraten euch transparent und erstellen ein
realistisches Angebot mit klarer Leistungsübersicht.
Ja. Als Düsseldorfer Agentur mit internationalen Kunden setzen wir auch mehrsprachige
Kampagnen in enger Abstimmung mit globalen Teams um.
Wir betreuen LinkedIn, Instagram, TikTok, Facebook und weitere Kanäle – abhängig von
Zielgruppe, Marke und Kommunikationsziel.
Ja – Pressearbeit und Medienkommunikation gehören zu unseren Kernleistungen. Wir
platzieren eure Themen in relevanten Fach- und Publikumsmedien.
Sehr transparent – regelmäßige Updates, klare Reportings und offene Kommunikation
gehören bei uns zum Standard.
Ja – wir entwickeln Markenstrategien, Positionierungen und Storytelling-Konzepte, die euer
Unternehmen authentisch präsentieren.
Content ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Wir produzieren Texte, Fotos und
Videos, die eure Marke in Szene setzen – online und offline.
Unsere Kund:innen kommen aus ganz Deutschland – besonders stark sind wir in NRW,
dem Rheinland und Süddeutschland vertreten.
Am besten direkt über das Kontaktformular auf www.wakeup-communications.de, per Mail
oder telefonisch. Wir freuen uns auf neue Projekte aus Düsseldorf, NRW und darüber
hinaus.