• 21. Mai 2026
  • Mahmoud Farhat
Projektmanager Mahmoud nimmt an der Konferenz

Rise of AI 2026: Weniger Wow, mehr Wie

Als KI-Botschafter bei Wake up Communications beschäftige ich mich fast täglich mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeit verändert. Meist geht es dabei um ganz praktische Dinge: Welche Tools helfen wirklich? Wo sparen wir Zeit? Wo entstehen neue kreative Möglichkeiten? Und wo müssen wir genauer hinschauen, bevor wir etwas einsetzen?

Bei der Rise of AI 2026 ging es genau darum, nur in deutlich größerem Maßstab. Die Konferenz feierte in diesem Jahr ihr

zehnjähriges Jubiläum und brachte in Berlin sowie online Stimmen aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Start-up-Szene zusammen. Die offiziellen Schwerpunkte passten sehr gut zu dem, was auch uns als Agentur beschäftigt: angewandte KI, Regulierung, nachhaltige und vertrauenswürdige KI sowie Europas Rolle im globalen KI-Ökosystem.

Mein größtes Learning nach den Sessions: Die KI-Debatte ist erwachsener geworden. Die spannendste Frage lautet nicht mehr nur: Was kann KI? Sondern: Wie setzen wir KI so ein, dass sie wirklich hilft, sicher funktioniert und langfristig Wert schafft?

Oder kürzer: weniger Wow, mehr Wie.

Vom Staunen zur Umsetzung

In der Opening Keynote blickte Fabian Westerheide, Gründer von Rise of AI, auf zehn Jahre KI-Debatte zurück. Früher stand die Frage im Raum, was überhaupt möglich ist. Heute geht es um Umsetzung: Wie implementieren Unternehmen KI? Wie behalten sie Souveränität? Und wie lässt sich vermeiden, dass aus Begeisterung teure Einzellösungen entstehen, die später niemand sauber in den Arbeitsalltag integriert?

Ein Satz zog sich für mich durch viele Sessions: Problem first, tool second. Also nicht mit der Technologie starten, sondern mit der Frage, welches konkrete Problem gelöst werden soll. Das klingt banal, ist aber entscheidend. Gerade in der Kommunikation sehen wir oft, wie schnell Tools zum Selbstzweck werden. Ein neues KI-Video, ein Chatbot, ein Agent, ein Dashboard. Alles spannend. Aber ohne klares Problem oder Anwendungszweck bleibt es Aktionismus.

KI braucht Fundament, nicht nur Use Cases

Diese Haltung zeigte sich auch in den Sessions zur Frage, was Unternehmen brauchen, damit KI im Alltag wirklich funktioniert. Denn ein KI-Tool ist nur so gut wie die Informationen, mit denen es arbeitet. Sind Daten unvollständig, schlecht sortiert oder nicht zugänglich, hilft auch das beste Tool wenig. Gleichzeitig braucht KI die passende technische Umgebung: Rechenleistung, Fachwissen und Strukturen, in denen Anwendungen entwickelt, getestet und verbessert werden können.

Claudia Pohlink, Chief Data Officer / Director Data & AI bei FIEGE, und Kenza Ait Si Abbou, Founder & Managing Director von scailers, bewerteten Skalierung nicht als reine Sammlung möglichst vieler Ideen, sondern betonten, die zentrale Botschaft: Skalierung bedeutet, dass KI Strategie, Workflows und Wertschöpfung verändert.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine Liste mit 50 Ideen sieht auf einer Folie gut aus. Sie ersetzt aber keine Datenqualität und keine interne Kommunikation. Gerade bei Agenten wird dieses Problem noch größer. Wenn Unternehmen nicht wissen, welche Agenten es gibt, welche Rechte sie haben, auf welche Systeme sie zugreifen und wer sie betreibt, entsteht kein Fortschritt, sondern ein neues Kontrollproblem.

Die Infrastruktur-Frage wurde auf der Rise of AI ebenfalls sehr greifbar. Beispiele wie die JUPITER AI Factory in Jülich und HammerHAI in Stuttgart zeigen, dass KI nicht nur auf Benutzeroberflächen stattfindet. Sie braucht Rechenleistung, Zugang, Expertise und Strukturen, damit Anwendungen entwickelt, getestet und skaliert werden können. Öffentlich beschrieben wird die JUPITER AI Factory als zentrale Säule europäischer KI-Infrastruktur, über die Start-ups, Mittelstand, Industrie, Forschung und öffentliche Hand Zugang zum Supercomputer JUPITER erhalten sollen.

Nachhaltigkeit war ein weiterer wichtiger Punkt. In der Session von Christian Winterfeldt, Senior Director bei Dell Technologies, wurde klar: Nachhaltige KI ist keine reine Green-Story. Es geht um Architektur, Messung, Auslastung und sinnvolle Modellwahl. Nicht jedes Problem braucht das größte Modell. Manchmal helfen bessere Daten, kleinere Modelle oder eine saubere Softwarearchitektur mehr als der nächste GPU-Ausbau.

Das betrifft nicht nur die Kommunikationsbranche, sondern jedes Unternehmen, das KI einsetzen möchte. Denn KI ist nie einfach „nur ein Tool“. Dahinter stehen Rechenleistung, Energie, Infrastruktur und strategische Entscheidungen. Wenn Unternehmen ihren KI-Einsatz nicht nachvollziehbar erklären, entsteht schnell Misstrauen und Verunsicherung. Dann klingt KI nach Kostensenkung, Kontrollverlust oder blindem Hype. Mitarbeitende fragen sich, was das für ihre Arbeit bedeutet, Kund:innen sorgen sich um Qualität und Datenschutz, und die Öffentlichkeit reagiert empfindlich auf reine Effizienzversprechen.

Für unsere Arbeit als Agentur bedeutet das: Wir müssen nicht nur in der Kommunikation über KI Klarheit schaffen, sondern auch in ihrer Anwendung. Das heißt, wir zeigen nicht nur, was möglich ist, sondern sorgen vor allem dafür, dass sowohl wir als auch unsere Kund:innen die richtigen Fragen stellen, bevor wir KI einsetzen.

Vertrauen entsteht nicht durch Behauptung, sondern durch Architektur

Ein weiterer roter Faden war Vertrauen. Nicht als weicher Wohlfühlbegriff, sondern als konkrete Voraussetzung für KI-Anwendungen.
In mehreren Sessions ging es um Agentic AI, also KI-Systeme, die nicht nur antworten, sondern Aufgaben planen, Informationen verarbeiten und Teilschritte ausführen. Besonders spannend wurde es dort, wo solche Systeme in sensiblen Umgebungen eingesetzt werden sollen: Verwaltung, öffentlicher Sektor, kritische Infrastrukturen oder besonders geschützte Datenumgebungen, in denen vertrauliche Informationen verarbeitet werden.

Ein guter Chatbot reicht dort nicht. Entscheidend sind Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Auditierbarkeit, Governance und menschliche Entscheidungshoheit. Im Vortrag wurden Konzepte wie Observation Agent, Assessment Agent und Interaction Agent vorgestellt. Gemeint sind KI-Agenten, die Informationen beobachten, analysieren und mögliche nächste Schritte vorbereiten. Sie können also helfen, eine Lage schneller einzuschätzen. Ob daraus aber wirklich eine Handlung folgt, ob eine Information weitergegeben wird oder ob ein Vorschlag übernommen wird, entscheidet weiterhin ein Mensch.

Genau hier wird KI-Kommunikation anspruchsvoll. Es reicht nicht zu sagen: „Unsere KI ist sicher.“ Man muss erklären können, warum sie sicher ist. Wer darf darauf zugreifen? Wo liegen Daten? Was wird protokolliert? Wann greift ein Mensch ein? Was passiert bei Fehlern?

Im Verwaltungskontext wird diese Entwicklung bereits praktisch erprobt. Der Agentic AI Hub des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung bringt Verwaltung und KI-Start-ups in Pilotprojekten zusammen. Dort wird getestet, wie Ki-Agenten Verwaltungsprozesse unterstützen kann, etwa bei Anträgen, Dokumentenprüfung, Datenqualität und interner Organisation. Entscheidend ist hier weniger die genaue Zahl der Projekte als das Signal: KI in der Verwaltung ist nicht mehr nur Zukunftsmusik. Es geht um konkrete Entlastung im Arbeitsalltag.

Für Unternehmen gilt Ähnliches. Vertrauen entsteht nicht durch eine schöne Kampagne. Vertrauen entsteht durch belastbare Prozesse und eine Kommunikation, die verständlich macht, was wirklich passiert.

Was heißt das konkret für unsere Arbeit?

Ein Beispiel aus unserem Agenturalltag: Wenn ein Kunde mit dem Wunsch nach einem KI-generierten Video, einem Chatbot oder einer neuen Automatisierungsidee auf uns zukommt, bestätigt sich genau dieser Ansatz in unserer täglichen Arbeit. Wir starten nicht mit der Toolfrage, sondern klären zuerst, welches Problem gelöst werden soll, welche Zielgruppe erreicht werden muss und ob KI dafür wirklich der passende Weg ist.

Genau hier wird aus KI-Spielerei strategische Kommunikationsarbeit. Ein KI-Video kann ein starkes Kreativformat sein, wenn es eine Idee sichtbar macht, die klassisch kaum umsetzbar wäre. Ein Chatbot kann sinnvoll sein, wenn er echte Servicefragen beantwortet und klar geregelt ist, wann ein Mensch übernimmt. Und ein internes KI-Tool kann Prozesse beschleunigen, etwa bei Recherche, Themenplanung, Textentwürfen oder der Auswertung von Informationen. Damit das funktioniert, braucht es aber klare Leitplanken: Welche Daten dürfen genutzt werden? Welche Inhalte sind sensibel? Wer prüft die Ergebnisse? Und wer trägt Verantwortung, bevor etwas intern weiterverarbeitet oder extern veröffentlicht wird?

Für uns bedeutet „weniger Wow, mehr Wie“ deshalb ganz praktisch: Wir helfen Kund:innen nicht nur dabei, KI kreativ einzusetzen. Wir helfen ihnen auch dabei, den Einsatz sauber einzuordnen und Inhalte zu entwickeln, die nicht nur technisch spannend sind, sondern zur Marke und zur Strategie passen.

Mein Fazit: KI-Kommunikation muss erwachsener werden

Nach der Rise of AI 2026 bleibt für mich vor allem ein Gedanke hängen: Die Zeit der reinen Wow-Momente ist vorbei. Natürlich gibt es weiterhin beeindruckende Demos. Natürlich entwickeln sich Modelle, Agenten und Anwendungen schnell weiter. Aber die eigentliche Arbeit beginnt dort, wo es weniger glamourös wird: bei Daten, Prozessen, Infrastruktur, Governance, Energie, Verantwortung und Akzeptanz.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine KI-Strategie ist mehr als ein Toolset. Eine Use-Case-Liste ist noch keine Transformation. Und ein mutiger LinkedIn-Post ersetzt keine saubere Implementierung.

Für uns als Kommunikationsagentur bestätigt das eine Haltung, die wir schon heute in unserer Arbeit verfolgen: KI darf kein Showeffekt sein. Entscheidend ist, ob ihr Einsatz sinnvoll, sicher und nachvollziehbar ist. Gerade weil KI immer mehr Bereiche betrifft, machen wir Nutzen, Grenzen und Verantwortung verständlich, statt nur zu zeigen, was technisch möglich wäre.

Oder anders gesagt: Die KI-Debatte braucht weniger Wow und mehr Wie. Genau da können und sollten Kommunikationsprofis ansetzen.

Themen:
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Häufig gestellte Fragen

Wake up Communications ist eine PR-, Social-Media- und Strategie-Agentur in Düsseldorf.
Wir entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Inhalte, die Marken sichtbar
machen – lokal, national und international.

Wir betreuen Unternehmen aus dem B2B- und B2C-Bereich – von Food und Handel über
Messen bis zur Spezialchemie. Unser Standort in Düsseldorf verbindet uns eng mit
Kund:innen aus ganz NRW und Deutschland.

Wir sind eine inhabergeführte Agentur mit flachen Hierarchien und direkter Kommunikation.
Unsere Kund:innen profitieren von strategischem Denken, kreativer Umsetzung und einem
partnerschaftlichen Miteinander

Wir starten immer mit einer klaren Strategie, definieren Ziele und Maßnahmen und setzen
sie passgenau um. Je nach Budget lassen sich Leistungen im Verlauf flexibel anpassen oder
erweitern.

Sobald Ziel, Umfang und Budget abgestimmt sind, können wir kurzfristig loslegen – meist
innerhalb weniger Wochen.

Nein. Wir übernehmen Projekte komplett oder arbeiten Hand in Hand mit euren internen
Teams – effizient, abgestimmt und transparent.

Wir definieren KPIs gemeinsam und liefern regelmäßige Reportings. So sind Reichweite,
Engagement und PR-Erfolge jederzeit nachvollziehbar.

Ja. Wir führen praxisnahe Workshops zu Social Media, PR und digitaler Kommunikation
durch – auf Wunsch auch direkt bei euch vor Ort in NRW oder online.

Ja – wir setzen KI-Tools gezielt, sinnvoll und effizient ein, wenn sie Prozesse verbessern
oder kreative Arbeit unterstützen. Dabei bleibt die Strategie immer menschlich geführt.

In jedem Projekt habt ihr zwei feste Ansprechpartner:innen. So ist immer jemand erreichbar,
der euer Projekt und die Ziele genau kennt.

Das hängt vom Projekt ab. Wir bieten flexible Modelle – von Einzelprojekten bis zu
langfristiger Kommunikationsbetreuung.

Das hängt von euren Zielen und Kanälen ab. Wir beraten euch transparent und erstellen ein
realistisches Angebot mit klarer Leistungsübersicht.

Ja. Als Düsseldorfer Agentur mit internationalen Kunden setzen wir auch mehrsprachige
Kampagnen in enger Abstimmung mit globalen Teams um.

Wir betreuen LinkedIn, Instagram, TikTok, Facebook und weitere Kanäle – abhängig von
Zielgruppe, Marke und Kommunikationsziel.

Ja – Pressearbeit und Medienkommunikation gehören zu unseren Kernleistungen. Wir
platzieren eure Themen in relevanten Fach- und Publikumsmedien.

Sehr transparent – regelmäßige Updates, klare Reportings und offene Kommunikation
gehören bei uns zum Standard.

Ja – wir entwickeln Markenstrategien, Positionierungen und Storytelling-Konzepte, die euer
Unternehmen authentisch präsentieren.

Content ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Wir produzieren Texte, Fotos und
Videos, die eure Marke in Szene setzen – online und offline.

Unsere Kund:innen kommen aus ganz Deutschland – besonders stark sind wir in NRW,
dem Rheinland und Süddeutschland vertreten.

Am besten direkt über das Kontaktformular auf www.wakeup-communications.de, per Mail
oder telefonisch. Wir freuen uns auf neue Projekte aus Düsseldorf, NRW und darüber
hinaus.