• 16. Juli 2018
  • Wake up Redaktion
Viva sin Agua? Haufenweise Inspiration trotz Wassermangel auf dem Forward Festival

Viva sin Agua? Haufenweise Inspiration trotz Wassermangel auf dem Forward Festival

Nach dem Event ist vor dem Event. Getreu diesem Motto war das Team von Wake up Communications in letzter Zeit recht umtriebig. Eventbesuche gehören bei uns einfach dazu. Sie sind uns wichtig, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und den eigenen Horizont zu erweitern. Damit das nicht abreißt, hat unser „Team Kreation“, bestehend aus Simon, Sophia und Dennis, sich nach Hamburg aufgemacht. Dort erwartete uns das Forward Festival mit seiner Premiere in der Hansestadt. Das Forward Festival ist Treffpunkt all derer, die mit Design und Kunst ihr Brot verdienen. Die erste Ausgabe fand 2015 in Wien statt. Seitdem ist das Festival in jedem Jahr um eine Stadt gewachsen und nennt Zürich, München und jetzt auch Hamburg sein Zuhause. An allen Veranstaltungsorten warten die Veranstalter mit vielen Impressionen und Inspiration aus der lokalen wie globalen Werbe,- Design- und Kunstindustrie auf. Aber Inspiration für kreative Arbeit lässt sich doch sicherlich auch auf das Blogartikelschreiben übertragen?! So dachten wir und überlegten, wie wir unserem Blogbeitrag hier einen neuen Anstrich verpassen könnten. Schnell hatten wir die Idee, dass wir unsere Eindrücke und Erkenntnisse in unserem teaminternen Slack Channel zusammentragen, woraus dann ein dialogartiger Blogartikel entstehen sollte. Das Ergebnis seht ihr hier – bitte sehr:

Is it me you’re looking for?

Dennis: Wollen wir vielleicht zuallererst mal besprechen, was unsere absoluten Highlights des Forward Festivals waren? Ich muss da gleich an Cool Shit denken. Von Danger Dave konnten wir noch viel mehr mitnehmen, als die bloßen Kunstwerke: Nämlich die Kunst, wie man eine gute Präsentation hält. Danger Dave ist ein australischer Künstler, der in Barcelona das Kollektiv Cool Shit gegründet hat. Die Gruppe konzipiert und realisiert Kunstprojekte, die der Internet- und Meme-Kultur entspringen und verwandelt sie in reale Erlebnisse. So auch der riesige Lionel-Richie-Kopf, in dessen Mitte sich ein Telefon befindet, das beim Abheben des Hörers die ikonische Songzeile „Hello, is it me you’re looking for?“ abspielt. Das Video zur Aktion zeigt Sophia gleich. – Anm. d. Red. Sophia: Mit seinem Einlauf hätte er auch problemlos beim Wrestling auftreten können! Das war auf jeden Fall eines der Highlights. Simon: Ich fand es cool zu sehen, wie er und sein Team auf aktuelle pop-kulturelle Ereignisse reagieren und diese dann künstlerisch umsetzen in Aktionen, die super viel Aufmerksamkeit generieren. Die Aktion zeigt auf originelle Weise, wie gut die digitale Kultur in der Wirklichkeit funktioniert. Eine Transferleistung, bei der die Kommunikationsbranche noch immer ihre Probleme hat. Gerade hier können wir noch viel von den Künstlern lernen. – Anm. d. Red. Sophia: Absolut! Die Idee mit dem Kopf von Lionel Richie auf einem Musik-Festival ist genial! Lionel Richie's Head - #1 Going Inside from Cool Shit on Vimeo.

Spieglein, Spieglein an der Wand …

Dennis: Headliner bilden auf allen Festivals die größten Publikumsmagneten. Beim Forward Festival wurde diese Rolle dem österreichischen Designer Stefan Sagmeister zu Teil. Sehr unterhaltsam – und trotzdem ist seine Message eindrucksvoll hängen geblieben: Schönheit liegt nicht im Auge des Betrachters! Sophia: Er hat bewiesen, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Es hat mich enorm beeindruckt, als er mit einer kleinen Umfrage recht schnell herausgestellt hat, dass es universell gültige Richtlinien für Schönheit gibt. Und Schönheit ist wichtig. Menschen fühlen sich in der Nähe schöner Objekte wohler, zudem fördert Schönheit die Funktionalität. Es kommt eben nicht nur auf Inhalte an. Wir alle werden so stark davon beeinflusst, ob wir etwas als schön empfinden oder nicht. Dabei merken wir es meistens nicht einmal bewusst. Simon: Was mir hier gefehlt hat, ist zumindest der Versuch einer Antwort auf die Frage, warum die Werbe- und Medienwelt ihr Hauptaugenmerk trotzdem so oft auf Funktionalität legt, anstatt auf die Schönheit zu setzen. Sicherlich kann auch ein Stefan Sagmeister keine allumfassende Antwort darauf geben. Aber gerade durch seine immense Erfahrung hatte ich gehofft, er liefere wenigstens einen Ansatz. Denn wenn es so ist, dass Menschen sich lieber mit schönen Dingen umgeben, ließe sich eine rein auf Funktionalität ausgelegte Designentscheidung kaum rechtfertigen. Welcher Vortrag hat euch besser gefallen? Der von Raj Davsi vom englischen VFX-Studio The Mill oder der von Björn Kusoffsky vom Stockholm Design Lab? Beide drehten sich ja ausschließlich um die Portfolios der jeweiligen Firmen. Der Vortrag von Raj Davsi hat mir persönlich besser gefallen. Besonders die Einsichten in seinen Workflow, mit welchen Programmen er arbeitet und wie komplex die Arbeit an einer so großen Kampagne, wie z. B. für das neue Huawei Phone ist. Natürlich waren da auch die gezeigten Arbeiten aus Stockholm super. Letztlich ist die Animationsarbeit von The Mill für uns deutlich relevanter als das Packaging Design vom Stockholm Design Lab. In den beiden oben erwähnten Vorträgen stellten die Creative Directors Raj Davsi und Björn Kusoffsky die Arbeit ihrer Agenturen vor. Davsi von The Mill präsentierte viele Beispiele für die Abläufe und Ergebnisse in einer VFX-und-Motion-Design-Agentur. Die Arbeit vom Stockholm Design Lab ist dagegen statischer. Das Designbüro spezialisiert sich auf Corporate und Packaging Design. – Anm. d. Red. Dennis: Ich bin auch eher bei Raj. Das Ganze war nahbarer, weniger abstrakt und näher dran an unserer Arbeitsrealität. Simon: Das Endergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Sophia: Definitiv. Ich bin zwar ein Fan von skandinavischem Design und Minimalismus, aber Rajs Einblicke in die Arbeitsprozesse von The Mill haben mich mehr überzeugt. Allein deren Concept Work war richtig gut!

Das Problem mit der Wasserknappheit

Dennis: Eine kritische Anmerkung möchte ich aber unbedingt noch loswerden. Ich muss an dieser Stelle die Organisation des Events an den Pranger stellen. Es kann meiner Meinung nach nicht angehen, dass sich die Flüssigkeitsaufnahme bei einem Event dieser Größe auf Energy-Drinks beschränkt, bei denen man schon vom Geruch Kopfschmerzen bekommt. Sorry, da habe ich kein Verständnis. Simon: Stimmt! Es birgt eine gewisse Ironie, wenn sowohl die Veranstalter als auch der Location-Inhaber, der FC St. Pauli, Partner von Viva con Agua sind und dann nicht mal Wasser für die Gäste bereitsteht. Sophia: Dafür war die Location aber super. Die Tour durch die Millerntor Gallery war beeindruckend. Hat meiner Meinung nach ziemlich gut in das Thema Kreativität reingespielt, was ja das Motto des Festivals war. Gefallen euch unsere Blogartikel im Dialogstil? Schreibt uns auf Facebook oder per E-Mail!

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