• 29. September 2026
  • Wake up Redaktion

DMEXCO 2026: Drei Blickwinkel auf zwei Tage zwischen Konferenz und Messe

 

Drei Kolleg:innen, drei Perspektiven: Katrin, Chrissy und Moody waren für Wake up Communications auf der DMEXCO 2026 in Köln. Zwischen Messehallen, Sessions und Gesprächen nahmen sie unterschiedliche Impulse für den Agenturalltag mit.

 

 

 

Katrins erster DMEXCO-Besuch

Katrin: Als Junior möglichst früh Erfahrungen auf großen Fachmessen zu sammeln, ist für mich ein wichtiger Teil der beruflichen Entwicklung. Umso passender kam die DMEXCO 2026, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal besuchen durfte.

Zwei Tage lang ging es durch drei Hallen voller Aussteller, kreativer Messestände und bekannter Themen, die ich vor Ort in einer ganz neuen Dimension erlebt habe. Erst dort wurde mir bewusst, wie vielfältig die Ansätze hinter Marketing, Kommunikation und Technologie tatsächlich sind.
Zwischen kreativen Messeständen und neuen Perspektiven
Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Messestände. Von auffällig bunt und interaktiv bis hin zu minimalistisch und durchdacht war eigentlich alles dabei. Auf den Bühnen ging es um aktuelle Trends, Herausforderungen und Entwicklungen. Nicht alles war sofort vertraut – genau dieses Eintauchen in neue Themen machte für mich aber den Reiz aus. Mir war zum Beispiel gar nicht klar, dass ein viraler Social-Media-Hype sogar zu einer regelrechten Skyr-Krise mit leeren Supermarktregalen geführt hatte. Wie groß die Dynamik solcher Social-Media-Trends werden kann, zeigte Ann-Katrin Schmitz, Gründerin von Baby got Business, in ihrer Session.

Große Marken, menschliche Prozesse

Gemeinsam mit Chrissy und Moody an meiner Seite fiel mir der Einstieg leicht. Gleichzeitig habe ich die Zeit genutzt, um Themen zu entdecken, die mich persönlich besonders interessiert haben – von aktuellen Social-Media-Trends über LinkedIn bis hin zu KI.
Am stärksten hängen geblieben ist bei mir der Perspektivwechsel auf bekannte Marken. Unternehmen, die ich bisher vor allem aus Werbung oder meinem Alltag kannte, habe ich auf der DMEXCO plötzlich anders wahrgenommen: Hinter jeder Marke stehen Menschen, Teams und kreative Prozesse, die Ideen entwickeln, testen und weiterdenken.
Diese Nähe zur Branche hat mir gezeigt, wie viel Professionalität, Arbeit und Leidenschaft in Projekten steckt, die nach außen oft selbstverständlich wirken. Für meine weitere berufliche Entwicklung nehme ich vor allem eines mit: neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen und auch Themen aktiv zu erkunden, mit denen ich bisher weniger Berührungspunkte hatte.
Moody hat die DMEXCO vor allem als Messe erlebt – und deutlich weniger als klassische Konferenz.

Mehr Messe als Konferenz

Moody: Nach der SXSW 2024, der KI-X 2024 in Berlin und der CMCX 2025 war die DMEXCO für mich vor allem in einem Punkt anders: Sie hat sich deutlich stärker nach Messe angefühlt. Sessions, Workshops und Diskussionsrunden waren wichtig, standen aber permanent neben großen Ausstellungsflächen, Produktpräsentationen und Gesprächen mit Unternehmen.
Anders als bei Veranstaltungen, bei denen ich vor allem von Inhalt zu Inhalt unterwegs war, hatte ich auf der DMEXCO stärker das Gefühl, mitten in einer Branche zu stehen, die sich präsentiert, vernetzt und Geschäft macht. Dass 2026 mehr als 700 Partner auf einer gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent vergrößerten Ausstellungsfläche vertreten waren, passt ziemlich gut zu diesem Eindruck.

Wenn Straße und Feed zusammenspielen

Inhaltlich waren meine persönlichen Highlights trotzdem die Sessions. Besonders hängen geblieben ist bei mir alles rund um Out of Home. Vor allem die Session „Better together: Wie Out of Home und Social Media sich gegenseitig pushen” von WallDecaux hat einen Gedanken sehr greifbar gemacht: OOH und Social Media sollten nicht als zwei voneinander getrennte Kanäle betrachtet werden. Die gezeigten Kampagnen-Cases machten dabei sehr konkret sichtbar, wie reale OOH-Kontakte die digitale Verlängerung einer Kampagne unterstützen können.

Für mich entsteht daraus ein Kreislauf: OOH schafft Aufmerksamkeit im Alltag, Social Media verlängert den Kontakt im Feed – und beim nächsten Kontakt im öffentlichen Raum wirkt die Marke bereits vertrauter.
Die internationale JCDecaux-Studie „Exploring Two-Screen Synergy” unterstreicht diesen Effekt: 67 Prozent der Befragten beachten Werbung stärker, wenn sie ihr sowohl auf DOOH als auch online oder in Social Media begegnen. 53 Prozent klicken eher auf eine Online-Anzeige, wenn sie die Kampagne zuvor bereits auf DOOH gesehen haben.
Gerade für unsere tägliche Arbeit nehme ich daraus mit, Kanäle noch weniger isoliert zu betrachten. Manchmal liegt der spannende Hebel nicht in einem einzelnen Touchpoint, sondern darin, was der erste Kontakt beim nächsten auslöst.
Was Chrissy aus den zwei Tagen mitnimmt, erzählt sie jetzt selbst.

DMEXCO 2024 vs. 2026: KI bleibt, Community kommt

Chrissy: Zwei Jahre nach meinem letzten DMEXCO-Besuch war Künstliche Intelligenz erwartungsgemäß weiterhin überall präsent. Der Unterschied zu 2024 lag für mich jedoch weniger darin, dass über KI gesprochen wurde, sondern darin, wie. Ging es damals noch stark um FOMO, erste Experimente und die Frage, wie Unternehmen mit der Entwicklung Schritt halten können, stand 2026 vor allem die strategische Integration im Mittelpunkt: Wie lässt sich KI sinnvoll in bestehende Prozesse einbinden, skalieren und ihr konkreter Mehrwert belegen?

Mein Fazit nach der DMEXCO 2024 war: Der erste Hype legt sich, jetzt muss aus Experimentierfreude strategische Nutzung werden. Zwei Jahre später hat sich diese Einschätzung schneller bestätigt als erwartet. Kaum eine Session kam ohne KI aus – doch die Diskussion wirkte konkreter, weniger auf das bloße Ausprobieren ausgerichtet und stärker auf die Frage, was KI im Arbeitsalltag tatsächlich verbessert.

Nähe und Bindung lassen sich nicht planen

Neben all den Diskussionen über KI zog sich noch ein zweiter Begriff auffällig konsequent durch die beiden Tage: Community. Im Panel „Marken bauen keine Communities“ steckt die zentrale Erkenntnis schon im Titel: Community entsteht zwischen Menschen.

Die Herausforderung von Unternehmen und Marken ist also nicht, künstlich Gemeinschaften zu erschaffen, sondern sich glaubwürdig in bereits bestehende Beziehungen einzufügen.
Wie groß die Sehnsucht nach Gemeinschaft inzwischen auch außerhalb klassischer Social-Media-Communitys sichtbar wird, zeigte meine Lieblingssession der beiden Tage. Unter dem Titel „Hot Girls Read“ zeigte Isabelle Rogat, warum Bücher plötzlich wieder überall auftauchen: in Cafés bei Stars, auf BookTok und selbst in Mode-Kampagnen.

Dass Lesen wieder „cool“ ist, fand ich dabei fast weniger spannend als die Frage, was dahintersteckt. Denn Bücher passen perfekt in die größere Entwicklung, die während der DMEXCO mehrfach angeklungen ist: Menschen suchen wieder mehr nach analogen Erlebnissen und Möglichkeiten, wirklich zusammenzukommen. Buchclubs sind dabei nur ein Beispiel. Creative Nights, Strick- oder Malkreise, Walking Clubs und ähnliche Formate funktionieren nach demselben Prinzip. Sie schaffen Räume, in denen Menschen etwas gemeinsam tun, ohne dass ein Algorithmus den Takt vorgibt.

Für Marken eröffnen sich dadurch neue Anknüpfungspunkte. Aber ein einfaches Sponsoring greift zu kurz. Statt nur auf den nächsten Trend aufzuspringen, stellt sich für Marken die Frage, wie sie kulturelle Ökosysteme und ihre Angebote sinnvoll bereichern können. Wer darin nur eine weitere Werbefläche sieht, verschenkt einen Großteil des Potenzials.

Zwischen Fortschritt und Rückbesinnung

Nach zwei Tagen, an denen aber natürlich auch sehr viel über AI Agents, Automatisierung und skalierbare Intelligenz gesprochen wurde, war dieser zweite rote Faden für mich bemerkenswert erfrischend. Je etablierter KI wird, desto stärker stellt sich auch die Gegenfrage: Was möchten wir ganz bewusst selbst gestalten und erleben?

Für Kommunikation ist das keine Absage an KI. Die Technologie nimmt uns längst Aufgaben ab und unterstützt uns in Bereichen, in denen wir sie nicht mehr missen möchten. Je leichter sich Inhalte vervielfältigen und Prozesse automatisieren lassen, desto wertvoller werden echte Begegnungen, glaubwürdige Beziehungen und gemeinsame Erlebnisse.

Vielleicht fasst genau dieser Kontrast die DMEXCO 2026 für mich am besten zusammen: Unter dem Motto „Scaling Intelligence“ ging es um technologische Möglichkeiten und Effizienz. Gleichzeitig wurde deutlich, wie groß das Bedürfnis nach Verbindung, Zugehörigkeit und Erfahrungen außerhalb des Bildschirms ist. Für Marken und Kommunikation liegt die Aufgabe deshalb nicht darin, sich zwischen Technologie und Menschlichkeit zu entscheiden, sondern beides sinnvoll zusammenzubringen.

Drei Perspektiven, drei ziemlich unterschiedliche Learnings: vom ersten Blick hinter die Kulissen einer großen Branchenmesse über das Zusammenspiel von OOH und Social Media bis zur Frage, wie wichtig echte Begegnungen in einer zunehmend automatisierten Kommunikationswelt werden. Genau dafür nehmen wir von Veranstaltungen wie der DMEXCO am Ende am meisten mit: nicht jeden Trend und jede Session, sondern die Impulse, die auch zurück im Agenturalltag noch weiterarbeiten.

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Häufig gestellte Fragen

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Wir entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Inhalte, die Marken sichtbar
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Unsere Kund:innen kommen aus ganz Deutschland – besonders stark sind wir in NRW,
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