• 17. Februar 2020
  • Simon Retzmann
Carla allein zuhaus. Cybersecurity für Kinder

Carla allein zuhaus – Cybersecurity für Kinder

Das Internet ist bunt, vielfältig, unterhaltsam, informativ und vernetzt uns in allen Bereichen des Lebens. Social Media und PR-Agenturen wie wir sind sogar darauf angewiesen, dass andere Menschen das Internet so ausgeprägt nutzen. Doch wie alles, hat natürlich auch das Internet seine Schattenseiten. Datendiebstahl, Cybermobbing, Betrug, Hetze und Hass. Das sind nur einige der negativen Aspekte, einer eng vernetzten und zugleich doch anonymen virtuellen Welt. Wenn man viel mit der Materie zu tun hat und reflektiert damit umgeht, kann man den meisten Problemen entgegenwirken. Aber nicht alle Menschen beschäftigen sich so intensiv bzw. sogar beruflich damit. Das trifft vor allem auf Kinder zu, die zwar mit all den Möglichkeiten aufwachsen, aber genau deswegen zum Teil auch den Überblick verlieren können. Sie unterschätzen schnell die möglichen Gefahren, weshalb es einer guten Aufklärung bedarf und genau da setzen wir an.  

Ein Workshop bei Henkel

Just zu diesem Thema, mit besonderem Hinblick auf die Privatsphäre, haben meine Chefin Nadja und ich im vergangenen Jahr bei Henkel in Düsseldorf referiert. Für uns als Agentur war bei diesem Projekt vollkommen neu, dass wir den Workshop für Kinder und Jugendliche konzipieren mussten. Denn normalerweise sind unsere Kunden bereits erwachsen und auch bei Workshops für Studierende, sind diese ja immerhin mindestens 18 Jahre alt. In diesem Fall mussten wir also ganz besonders auf Sprache und Erklärungen achten und versuchen Fachworte entweder zu vermeiden oder einfach verständlich zu erklären. Alles gar nicht so einfach. Der Workshop fand aber so guten Anklang, dass die Abteilung für Cybersecurity uns danach ansprach, um uns für einen weiteren Vortrag zu buchen. Da Henkel das Thema enorm wichtig ist, gab es im Februar eine weitere Schulung für Kinder, diesmal für die, der Mitarbeiter.  

Vom Workshop zum Booklet

Da die Kinder selbst aus Sicherheitsgründen nicht auf das Henkelgelände durften, mussten wir den Vortrag für die Eltern konzipieren und das wiederum so, dass diese ihren Kindern das Thema optimal erläutern können.Wir entschieden uns daher dazu, das ganze zweiteilig anzugehen. Einmal der Vortrag für die Eltern und dann ein kleines gedrucktes Booklet, das die Eltern für ihre Kinder mit nach Hause nehmen können. Auch da war die größte Herausforderung, das ganze zum einen kindgerecht zu gestalten und zum anderen die Texte verständlich für Kinder zu schreiben. Das Ergebnis: „Carla allein zuhaus“. Ein kleines, buntes Booklet mit lustigen Illustrationen, den wichtigsten Tipps und Tricks für die gängigsten Probleme und Plattformen sowie weitere Literatur – und Linkempfehlungen. Alles in allem ein für Kinder leicht zugänglicher Einstieg in die doch sehr komplexe Materie der Cybersecurity.   Auszug aus dem Booklet Passwörter sollten eine Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen sein.

Das Booklet

Bei der Recherche zum textlichen Inhalt des Booklets fiel direkt auf, dass sich alle große Ratgeber-Plattformen in einer Sache immer einig sind: Man darf die Kinder nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und Verboten verschrecken, sondern muss sie mit Transparenz und Ehrlichkeit sensibilisieren. Getreu dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“, sollen die Kinder selbst ein Gespür für Gefahren und Probleme im Internet entwickeln und auch die Angst vor möglichen Konsequenzen nicht verlieren, aber ihnen mit gesundem Respekt entgegentreten können.

Diesen Ansatz haben wir daher auch für unser Booklet verfolgt und stets betont, dass einer der wichtigsten Aspekte immer die Kommunikation ist. Sei es mit den Eltern, den Lehrern, Freunden oder im Falle von z. B. Mobbing auch mit dem Täter – reden hilft. Die Kinder müssen lernen solche Dinge anzusprechen und gleichzeitig müssen Eltern und Lehrer lernen, wie sie mit solchen Informationen dann bewusst und vernünftig umgehen. Im besten Fall, sollten die Kinder in die Prozesse auch direkt mit eingebunden werden. Was erzähle ich der Polizei, was schreibe ich dem Provider, um meinen Account wiederzubekommen, was passiert eigentlich mit meinen Daten, wenn sie geklaut werden. Nur durch offene und ehrliche Kommunikation nimmt man dem Thema die teilweise erdrückend wirkende Komplexität und die damit verbundene Angst der Machtlosigkeit in Problemfällen.

Auszug aus dem Booklet Manchmal stößt man bei Instagram und Co. auf unangemessen Inhalte. Und wie geht ihr an diese Thematik heran? Was findet ihr besonders wichtig? Wie sensibilisiert ihr eure Kinder? Wir freuen uns auf eure Kommentare.  

Weiterführende Links und Literatur

Gutes Aufwachsen mit Medien - Smart Home clever vernetzt. Infos und Tipps für Eltern und pädagogische Fachkräfte zur Medienerziehung (Broschüre des BMDSFJ). Instagram und YouTube der (Pre-) Teens. Inspiration, Beeinflussung, Teilhabe. Schriftenreihe Dieter Baacke Preis Handbuch. Band 14, München 2019. Broschüren: www.klicksafe.de/materialien/ Allgemein: www.surfen-ohne-risiko.net www.klicksafe.de www.internet-abc.de Surfschein für Kinder: www.internet-abc.de/kinder/lernen-schule/surfschein Interaktives Spiel zum Thema Cyber Mobbing: https://seitenstark.de/kinder/internet/charlie-clips/charlie-und-das-geheimnisder-daten Handysicherheit: www.handysektor.de/mediathek/erklaervideos App-Empfehlungen: www.datenbank-apps-fuer-kinder.de
Themen:
  • Workshop
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  • Cybermobbing
  • Cybersecurity
  • Datendiebstahl
  • Internet
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  • Security
  • Sicherheit

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