Für alles gibt’s ein erstes Mal: KrisenPRCamp Köln 2014

Das KrisenPRCamp fand am 11. und 12.4.2014 in Köln statt.

Das KrisenPRCamp fand am 11. und 12.4.2014 in Köln statt.

Das war es also: mein erstes Barcamp. Mit jeder Menge Vorfreude und Aufregung begab ich mich vergangenen Freitag nach Köln. Gehört hatte ich ja schon einiges über die Barcamper-Szene, persönlich war ich aber noch nie mit dabei.

 

Der erste Eindruck: durchweg positiv! Coole Location, viele nette Menschen, super Organisation. Schnell ergaben sich bei Brötchen und Kaffee interessante Gespräche mit den Mit-Barcampern. Für mich war besonders eindrücklich, dass die Teilnehmer aus Unternehmen, aus Agenturen aber auch aus vielen gemeinnützigen Organisationen kamen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Themen „Kommunikation“ und „Krise“ spiegelten sich dann auch in den Unterhaltungen wider.

KrisenPRCamp, Tag 1: 8 Gebote, Ich – der Troll und Kreativität

Nach einer Begrüßungsrunde mit den ca. 120 Teilnehmern ging es los. Die Sessions für den ersten Tag wurden terminiert und einige Minuten später fand ich mich in „Barcamps für Einsteiger“ wieder. Für mich der ideale Start. Ich bekam die acht Gebote von Barcamps (z. B. „Sei kein Zuschauer, sondern Teilnehmer“) mit auf den Weg und konnte mich gleichzeitig mit dem lockeren Umgangston vertraut machen. So gefällt mir eine (Nicht-)Konferenz!

Beim KrisenPRCamp blieb neben den spannenden Sessions auch Zeit für gute Gespräche.

Beim KrisenPRCamp blieb neben den spannenden Sessions auch Zeit für gute Gespräche.

Danach stand meine erste „richtige“ Themensession an. In einem Planspiel „bauten“ wir uns selbst einen Shitstorm. Die Ausgangssituation: Ein Unternehmen hat ein Datenleak und auf den Social Media Kanälen bahnt sich ein Shitstorm an. Als Verbraucherschützer, Mitbewerber, Trolle und Hater getarnt heizten wir dem Unternehmen so richtig ein. Anschließend wurde kontrovers diskutiert, wie denn am effektivsten mit den einzelnen Gruppen umzugehen sei und was es tunlichst zu vermeiden gilt. Lerne: Transparenz hilft, Antworten möglichst positiv formulieren und eine persönliche Ansprache wählen.

Die Krise aus der Metaebene betrachtet

Für mich besonders spannend war die nächste Session: Wie kann man seine Kreativität auch in Krisenzeiten bewahren und damit möglicherweise Konflikte lösen?

Anhand von einigen Beispielen aus den vergangenen Jahren erörterten wir, was man sich in Krisen trauen darf (z. B. überspitzt antworten) und warum man unbedingt den (kommunikativen) Zeitgeist beachten soll. Mein persönliches Highlight dieses Barcamps, aus dem ich viele Learnings gezogen haben.

Zum Abschluss des ersten Tages näherten wir uns dem Thema Krise von einer anderen Seite. In der Session „Krisen-PR als Impulsgeber zur Prävention“ versuchten wir die Ursachen für Krisen zu ergründen und dadurch Strategien für die Bewältigung zu entwickeln. Fazit: Am besten setzt man schon präventiv Kommunikation ein, um etwaigen Krisenherden frühzeitig zu begegnen.

KrisenPRCamp, Tag 2: Muss das heute wirklich schon enden?

Unser Kunde Lambertz war Beispiel für zielgruppengerechte Kommunikation.

Unser Kunde Lambertz war Beispiel für zielgruppengerechte Kommunikation.

Voller Tatendrang fuhr ich auch am Samstag wieder nach Köln. Bei interessanten Gesprächen und Mettbrötchen verflog die Müdigkeit im Nu. Schade war für mich, dass drei Sessions, an denen ich gerne teilgenommen hätte, zeitgleich stattfanden. So entschied ich mich letztlich für „Argumentation in der Krise“, „NGOs und Warentester als Krisenauslöser“ und „Visualisierung von Shitstorms“. Und siehe da: in letzterer wurde unser Kunde Lambertz für seine zielgruppengerechte Kommunikation erwähnt. Ein tolles Lob!

Argumentativ durch die Krise

Marcus Ewald und Torsten Rössing bei ihrer Session "Argumentation in der Krise".

Marcus Ewald und Torsten Rössing bei ihrer Session „Argumentation in der Krise“.

In der Session „Argumentation in der Krise“ zeigten Marcus Ewald und Torsten Rössing von Media Advice, wie man sich geschickt durch eine Kommunikationskrise manövriert. Ausgehend vom Argumentationsphilosophen Stephen Toulmin erörterten sie, wie man mittels eines einfachen Schemas überzeugend kommuniziert. Sehr spannend und praxisnah.

Zuletzt ging es zur Session „NGOs und Warentester als Krisenauslöser“. Im Fokus stand die Frage, ob sich das Kräfteverhältnis zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen durch Social Media verschoben hat. Etliche Beispiele der vergangenen Jahre zeigten klar, dass NGOs und Warentester ihr kommunikatives Prestige deutlich eingebüßt haben.

Mein Fazit

Was für ein Einstand! Ich hätte mir für meine erste Barcamp-Erfahrung keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können. Die einladende Atmosphäre, die interessanten Gespräche und die aufschlussreichen Sessions haben bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Viele Inhalte kann ich direkt verwenden, andere haben meinen kommunikativen Horizont erweitert. Und eines weiß ich mit Sicherheit: Das war nicht mein letztes Barcamp!

Ich bedanke mich bei Stefan Evertz und Mike Schnoor für die tolle Organisation und bei allen Sponsoren für die Unterstützung der Veranstaltung.

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